Das ist Voigts Ziel. Er hat die Solarunternehmen Solon und Q-Cells mitgegründet und den Boom erlebt, der mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und seinen festen Vergütungen einsetzte. Für Voigt war das die "Energiewende 1.0": ein planwirtschaftlicher Ansatz, der passte, als die Technologie noch riskant war. Doch als die Fotovoltaik sich später zur Massenware entwickelte, wurde ihm die Planwirtschaft zu langweilig. 2006 zog er sich bei Solon zurück, 2008 gründete er Younicos. Heute hat er 40 Angestellte, die im gleichen Gebäude wie Solon in Berlin-Adlershof sitzen. Mit Stromspeichern will er nun das schaffen, was er "Energiewende 2.0" nennt: den Markt erobern, zu echten Bedingungen.
29 Speichertechnologien hat Voigt mit seinem Technikvorstand Clemens Triebel geprüft. Die meisten haben sie verworfen. Unterirdische Druckluftspeicher zum Beispiel, die nur im Riesenmaßstab funktionieren, nicht geeignet für ein kleines Start-up. Am Ende blieben drei Technologien übrig - und drei Märkte, an die Voigt fest glaubt: "Die Technologien gibt es schon. Man muss sie nur anwenden."
Lithium-Titanat-Batterien, die als langlebig und sicher gelten, will Younicos in Designeroptik als schicken Stromspeicher für das Wohnzimmer anbieten. Noch kann man ihn nicht kaufen, aber zwei Prototypen sind in Arbeit. In vier, fünf Jahren, glaubt Voigt, werden die Kosten für Solaranlagen und Batterien so stark sinken, dass gespeicherter Strom aus eigener Produktion billiger ist als der aus der Steckdose. "Das wird ein Riesenmarkt."