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Merken   Drucken   15.02.2012, 23:32 Schriftgröße: AAA

Steigende Metallpreise: Diebe lieben Gleisanlagen

Exklusiv Die Bundespolizei zählt für 2011 über 5000 Diebstähle von Kabeln und anderen Metallen in Bahnanlagen - fast eine Verdoppelung zum Vorjahr. Wegen der hohen Rohstoffpreise ist besonders Kupfer sehr beliebt. Dessen Preis hat sich im letzten Jahrzehnt vervierfacht. von Friederike von Tiesenhausen  Berlin
Der Diebstahl von Kabeln und anderen Metallteilen erreicht immer neue Rekorde. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bundespolizei insgesamt 5032 Buntmetalldiebstähle im Bereich von Bahnanlagen, erfuhr die FTD aus der Behörde. Das ist ein Anstieg von 86 Prozent zum Vorjahr.
Anders als die Deutsche Bahn kann die Bundespolizei auch kein Abflauen der Diebstähle in der zweiten Jahreshälfte feststellen. Im Gegenteil: Die Fallzahlen legten noch einmal leicht zu. Das deutet darauf hin, dass Metalldiebe wegen der besseren Schutzmaßnahmen beim Staatskonzern nun verstärkt kleinere Unternehmen wie etwa Bau- oder Wartungsfirmen ins Visier nehmen.
Diebstähle belasten auch den Reiseverkehr   Diebstähle belasten auch den Reiseverkehr
Durch die hohen Rohstoffpreise ist Metalldiebstahl zur Epidemie geworden. Besonders beliebt sind Kupferkabel, schließlich hat sich der Kupferpreis im letzten Jahrzehnt mehr als vervierfacht. Aber auch ganze Schienenstücke aus Stahl werden bei Nacht und Nebel abtransportiert. Die illegale Jagd nach Rohstoffen findet mittlerweile sogar in Wohngebieten statt. Dort werden etwa Kupferdachrinnen oder Messingschilder von Häusern abgeschraubt. Dahinter stecken sowohl Banden als auch Kleinkriminelle, die ihr Diebesgut privat verkaufen.
Der Metallklau hat allein die Deutsche Bahn im letzten Jahr nach eigenen Angaben 15 Mio. Euro gekostet. Die Diebe haben es unter anderem auf Fahrleitungsdrähte, Tragseile, Telefondrähte und Erdungskabel abgesehen. Doch die Bahn wehrt sich: Seit einem "Buntmetallgipfel" im Juni verbaut der Konzern nun gezielt alternative Metalle, schickt mehr eigene Sicherheitskräfte auf Streife und markiert Kabel und andere Metallstücke mit unsichtbaren Partikeln, die diese als Bahneigentum ausweisen.
Die Diebstähle belasten auch den Reiseverkehr. Weil Strecken gesperrt werden mussten, waren im vergangenen Jahr bei der Deutschen Bahn knapp 11.000 Züge unpünktlich oder fielen aus. Dabei kamen insgesamt rund 150.000 Verspätungsminuten zusammen. Regionale Schwerpunkte waren Ostdeutschland und NRW.
  • Aus der FTD vom 16.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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