Diebstähle belasten auch den Reiseverkehr
Durch die hohen Rohstoffpreise ist Metalldiebstahl zur Epidemie geworden. Besonders beliebt sind Kupferkabel, schließlich hat sich der Kupferpreis im letzten Jahrzehnt mehr als vervierfacht. Aber auch ganze Schienenstücke aus Stahl werden bei Nacht und Nebel abtransportiert. Die illegale Jagd nach Rohstoffen findet mittlerweile sogar in Wohngebieten statt. Dort werden etwa Kupferdachrinnen oder Messingschilder von Häusern abgeschraubt. Dahinter stecken sowohl Banden als auch Kleinkriminelle, die ihr Diebesgut privat verkaufen.
Der Metallklau hat allein die Deutsche Bahn im letzten Jahr nach eigenen Angaben 15 Mio. Euro gekostet. Die Diebe haben es unter anderem auf Fahrleitungsdrähte, Tragseile, Telefondrähte und Erdungskabel abgesehen. Doch die Bahn wehrt sich: Seit einem "Buntmetallgipfel" im Juni verbaut der Konzern nun gezielt alternative Metalle, schickt mehr eigene Sicherheitskräfte auf Streife und markiert Kabel und andere Metallstücke mit unsichtbaren Partikeln, die diese als Bahneigentum ausweisen.
Die Diebstähle belasten auch den Reiseverkehr. Weil Strecken gesperrt werden mussten, waren im vergangenen Jahr bei der Deutschen Bahn knapp 11.000 Züge unpünktlich oder fielen aus. Dabei kamen insgesamt rund 150.000 Verspätungsminuten zusammen. Regionale Schwerpunkte waren Ostdeutschland und NRW.