Die Richter des Supreme Court befanden, eine Sammelklage sei nicht zulässig. Eine Gruppe
von Frauen wollte das Unternehmen im Namen von 1,5 Millionen ehemaligen und aktuellen Mitarbeiterinnen wegen Diskriminierung belangen.
Wal-Mart hatte Milliardenschäden befürchtet.
Die Klage sei schlicht überdimensioniert, entschieden die Richter am Montag in Washington einstimmig und revidierten damit eine Entscheidung des zuständigen Berufungsgerichts in San Francisco. Die Aktie des Einzelhändlers stieg in New York um 1,2 Prozent.
In der 27-seitigen Begründung hieß es unter anderem, die Fälle hätten nicht genügend Gemeinsamkeiten, um als eine Klage behandelt werden zu können. Die Klägerinnen hatten die Bündelung mit dem Vorwurf begründet, der Konzern habe eine "zentralisierte Unternehmenskultur" geschaffen, die Frauen generell diskriminiere.
Gesamte Industrie blickte gebannt auf Wal-Mart
Der Streit um Wal-Mart galt als Präzedenzfall für die gesamte US-Industrie. Denn bei der Entscheidung in Washington ging es um die Frage, ob Klagen wegen sexueller Diskriminierung in Zukunft generell landesweit gebündelt und damit als Sammelklage gegen einen Konzern eingereicht werden können, obwohl die Fälle im Einzelfall voneinander abweichen.
Die Mitarbeiterinnen haben nun zwar die Möglichkeit, einzeln gegen Wal-Mart zu Felde zu ziehen, aber dabei steht für den Handelsriesen wesentlich weniger auf dem Spiel als bei einer der gefürchteten Sammelklagen. Wal-Mart ist der weltgrößte private Arbeitgeber mit mehr als zwei Millionen Beschäftigten, die meisten davon in den USA.