Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens wird gestreikt, zahlreiche Flüge fallen aus. Die Gewerkschaft plant für kommende Woche mit einer Fortsetzung.
Am Frankfurter Flughafen drohen auch kommende Woche Streiks der Flugfeldbeschäftigen. Wenn die Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport am Wochenende nicht einlenke, sei es wahrscheinlich, dass der Arbeitsausstand nächste Woche weitergehe, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft GdF am Freitag. Die Streiks könnten dann noch verschärft werden. Möglich sei etwa, den Flughafen von der Öffnung um 6 Uhr bis 23 Uhr zu bestreiken.
Am Samstag und Sonntag werde aber voraussichtlich nicht gestreikt. Jeder Ausstand werde mindestens 24 Stunden vorher angekündigt. Die Gewerkschafter der GdF, in der die Vorfeld-Mitarbeiter organisiert sind, streiten sich seit Monaten um Lohnerhöhungen.
Am Freitag sorgte die von 8 Uhr bis 22 Uhr angesetzte Arbeitsniederlegung für große Behinderungen. Bisher seien von den Fluglinien bereits mehr als 280 der insgesamt rund 1.300 geplanten Flugbewegungen gestrichen worden, teilte Fraport mit. Der Flughafen gehe aber davon aus, am Freitag mindestens 50 Prozent des Flugbetriebs sicherstellen zu können.
Ein Flugreisender schläft in einer Abflugghalle des Flughafens von Frankfurt am Main.
Am Donnerstag hatten die Beschäftigten zwischen 15 und 22 Uhr die Arbeit niedergelegt. Dadurch seien 172 Flüge ausgefallen, teilte Fraport mit. Rund 70 Prozent der ab 15 Uhr geplanten Starts und Landungen hätten aber stattgefunden.
Die Flugfeld-Beschäftigte sind am Flughafen unverzichtbar. Sie sorgen etwa dafür, das Jets die richtige Parkposition finden. 200 von ihren legen nun Europas zweitgrößten Airport mit 70.000 Mitarbeitern teilweise außer Gefecht. Lufthansa und Fraport hatten sich seit vielen Tagen auf den Streik vorbereitet und zusätzliches Personal für die Arbeit auf dem Flugvorfeld geschult. Da viele Reisende innerhalb Deutschlands auf den Zug umstiegen, war in den Flughafen-Terminals von Chaos zunächst nichts zu spüren - kein Vergleich zu den Szenen von vor zwei Jahren, als wegen einer Aschewolke tagelang keine Maschine abhob und es kilometerlange Menschenschlangen vor den Schaltern gab.
Die Positionen in dem Tarifstreit zwischen GdF und Fraport sind verhärtet. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure ist mit der Eröffnung der vierten Landebahn in Frankfurt der GdF zufolge wesentlich anspruchsvoller geworden. Die Lohnentwicklung habe damit aber nicht Schritt gehalten, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Fraport hat die GdF-Forderungen als "extrem hoch" kritisiert. Sie liefen auf Entgelterhöhungen bis zu 70 Prozent hinaus. Auch ein Kompromissvorschlag des früheren Ersten Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust, der als Schlichter eingesetzt wurde, brachte keinen Durchbruch.
Die Wartehalle wird zum Schlafsaal.
"Das Maß ist voll"
Fraport gehört mit zu den wichtigsten Drehkreuzen in Europa. Rund 1300 Flüge werden hier täglich abgefertigt. Die Konsequenzen spüren die Reisenden auch an allen anderen Flughäfen. Zehntausende Passagiere sind betroffen. "Das Maß aller Dinge ist voll. Das rücksichtslose Machtspiel von 200 Beschäftigten und der GdF schädigt den Luftverkehr und die Gesamtwirtschaft in unserem Land", kritisiert Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV in Berlin.
Der Flughafenverband ADV sieht in dem Versuch einer Minderheit, ihre Partikularinteressen auf Kosten der Gesamtbelegschaft und der Allgemeinheit durchzusetzen, ein Zeichen für die Berliner Politik. "Hier werden Belegschaften entsolidarisiert, der Betriebsfrieden gefährdet und das Gemeinwohl beeinträchtigt. Die Politik muss einem solchen Treiben einen klaren Riegel vorschieben. Das verantwortungslose Handeln von Spartengewerkschaften gehört unterbunden. Wir brauchen wieder das Prinzip "Eine Branche, Ein Tarifvertrag", so Beisel.
Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV beschreibt die Situation an den deutschen Flughäfen wie folgt: "Wir erleben eine Spirale nach oben. Die kleine Gruppe der Vorfeldlotsen fordert an allen Standorten dramatische Lohnzuwächse, teilweise über 50 Prozent. Zugeständnisse an einem Flughafen, führen am nächsten Standort sofort zu noch höheren Forderungen. Das ist eine unerträgliche Situation", so Beisel weiter.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Soll die größte US-Bank zerschlagen werden? Die Größe einer Bank allein ist kein Makel. Der Fall zeigt aber, dass der Derivatehandel eine strengere Aufsicht braucht. mehr
Zahlt der Chef die Krankenzusatzpolice, verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung. Davon profitieren vor allem Angestellte mit Vorerkrankungen. Bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen schauen die Anbieter aber wieder genauer hin. mehr
Ein Anteilspaket geht an den Industrieausrüster Andritz. Das Grazer Unternehmen kündigt ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre an. Für chinesische Interessenten gab es dagegen Absagen. mehr
Der Schweizer Josef Ackermann hat die Expansion der Deutschen Bank forciert. Bei seinem Abgang hinterlässt er alles andere als ein bestelltes Haus. FTD.de zeigt, was seine Nachfolger anpacken müssen. mehr
Graffs Start an der Hongkonger Börse diese Woche sollte der größte Börsengang des Jahres in Asien werden. Doch kurz zuvor macht der britische Edel-Juwelier einen Rückzieher: schlechtes Marktumfeld. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!