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Merken   Drucken   22.02.2012, 10:55 Schriftgröße: AAA

Tarifstreit in Frankfurt: Lufthansa büßt durch Lotsenstreik Millionen ein

Rund 200 Lotsen auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafen haben seit Tagen die Arbeit niedergelegt. Die größte deutsche Airline trifft das hart - sie erwägt eine Klage gegen die Spartengewerkschaft GdF. von Ulf Brychcy  Hamburg
Der seit Tagen andauernde Streik der Flugvorfeldarbeiter am Frankfurter Flughafen verursacht bei der Lufthansa  erhebliche Umsatzausfälle. "Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der FTD. Bis einschließlich gestern habe es bei Europas Marktführer knapp 700 Flugausfälle gegeben. 55.000 Passagiere hätten wegen des Ausstandes nicht befördert werden können. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat unterdessen den Streik bis Freitagnacht verlängert.
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Der Unmut und der wirtschaftliche Druck werden bei der Lufthansa zunehmend größer. "Wir sind Hauptbetroffener des Streiks", stellte Lauer fest. Für die Gesellschaft ist der Flughafen Frankfurt das mit Abstand wichtigste Drehkreuz. Gleichwohl unterstützt die Lufthansa die Haltung des Flughafenbetreibers Fraport. "Wir üben in diesem Tarifkonflikt Solidarität mit Fraport, das ist eine strategisch-politische Frage", sagte Lauer.
Die Lufthansa ist allerdings nicht unmittelbar in den Tarifkonflikt einbezogen. Die erbitterte Auseinandersetzung wird von der GdF und dem Flughafenbetreiber Fraport geführt. Beide Seiten reden derzeit nicht einmal miteinander.
Zu Streikbeginn am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte sich die Lufthansa noch mit Äußerungen zurückgehalten. Nun aber bezieht Konzernvorstand Lauer eindeutig Stellung - zugunsten des Betreibers Fraport, dessen größter Kunde die Fluglinie ist. "Wir sind der Auffassung, dass Fraport der Erpressung durch die GdF nicht nachgeben sollte", stellte Lauer fest: "Die überzogenen Forderungen der GdF sind nicht hinnehmbar."
Die Lufthansa fürchtet zu Recht, dass die Kosten auf dem Flughafen Frankfurt deutlich ansteigen werden, sollte sich die Spartengewerkschaft mit ihren Forderungen für die 200 Flugvorfeldmitarbeiter durchsetzen. "Das macht sich dann auch bei uns bemerkbar", sagte Lauer. Das Fraport-Management beziffert die von der GdF verlangten Lohnsteigerungen auf bis zu 70 Prozent und lehnt dies weiterhin strikt ab. Die Gewerkschaft wiederum verlangt nach eigenen Angaben bis zu 28 Prozent mehr Lohn.
Sollte der Arbeitskampf andauern, erwägt die Lufthansa juristische Maßnahmen gegen die Gewerkschaft. "Das schließen wir nicht aus", sagte Lauer. Erwogen werden dann auch Schadensersatzansprüche wegen Unverhältnismäßigkeit. Fraport gelingt es derzeit mit jedem Streiktag besser, durch Ersatzpersonal die Auswirkungen auf den Flugverkehr zu mildern.
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