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Telekom-Vorstoß: Dax-Konzerne lehnen Frauenquote ab
Die große Mehrheit der Dax-Konzerne plant keine Frauenquote nach dem Beispiel der Deutschen Telekom, ergab eine FTD-Anfrage. Dafür sprechen sich ein Autobauer und ein Versorger aus.Nur Daimler und Eon haben sich auf die Erhöhung des Prozentsatzes weiblicher Führungskräfte innerhalb eines bestimmten Zeitraums festgelegt. BMW und Münchener Rück ließen die Anfrage unbeantwortet. Eon will den Frauenanteil im Topmanagement von derzeit sechs auf zehn Prozent im Jahr 2012 ausbauen. "Eon konnte in den vergangenen Jahren den Anteil der Frauen in Führungsfunktionen durch gezielte Personalentwicklung stetig steigern", teilte der Konzern mit. Daimler hatte sich bereits 2006 verbindliche Ziele zur Steigerung des Frauenanteils in leitenden Positionen gesteckt - demnach will Daimler die Zahl der weiblichen Führungskräfte auf 20 Prozent im Jahr 2020 erhöhen. Aktuell liegt sie bei acht Prozent. "Bisher konnte der Anteil an Frauen in leitenden Führungspositionen seit 2005 um jährlich ein Prozent gesteigert werden", sagte eine Daimler-Sprecherin.
Die Telekom teilte mit, als erster Dax-Konzern eine Frauenquote für Führungskräfte von 30 Prozent bis 2015 einführen zu wollen. Momentan kommt die Telekom auf einen Frauenanteil im Management von 13 Prozent; der Telekom-Vorstand ist jedoch komplett männlich. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist der Anteil weiblicher Führungskräfte in deutschen Chefetagen verschwindend gering - er beträgt gerade einmal 2,5 Prozent. In den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen stagniert der Frauenanteil seit Jahren bei rund zehn Prozent.
Die Politik in Deutschland hält dennoch an der freiwilligen Selbstverpflichtung für Unternehmen fest. Entsprechend wollen viele Dax-Konzerne den Frauenanteil in Führungspositionen steigern - allerdings ohne Details zu nennen. Außer Eon und Daimler äußert sich einzig die Allianz konkret. Der Versicherer plant, bis 2015 den Frauenanteil im weltweiten Nachwuchspool für Führungskräfte auf 30 Prozent zu steigern. Eine Frauenquote lehnt der Konzern ab.
Der Sportartikelhersteller Adidas teilte mit: "Die Vergabe von Positionen erfolgt ausschließlich über die fachliche und persönliche Eignung des Bewerbers." Der Chemiekonzern Bayer gab an, der Frauenanteil im mittleren und oberen Management in Deutschland habe 2009 bei 16 Prozent gelegen. Allerdings sei lediglich jeder 20. Topmanager (5,5 Prozent) bei Bayer eine Frau - immerhin eine Steigerung von 0,8 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Beim Rivalen BASF waren es 6,5 Prozent (ebenfalls plus 0,8 Punkte). "Wir streben an, diesen Anteil weiter zu erhöhen", teilten die Ludwigshafener mit. Auch die Deutsche Bank wollte keine konkrete Zielsetzung nennen, ein Sprecher sagte: "Wir sehen die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, den Frauenanteil noch weiter zu steigern."
Der Großteil der Dax-Unternehmen setzt bei der Personalauswahl auf Vielfalt. Der Energiekonzern Eon teilte mit: "Die Vielfalt der Mitarbeiter wird als eine der wichtigsten Ressourcen des Unternehmens angesehen." Der Nivea-Hersteller Beiersdorf sagte: "Wir machen das abhängig von der jeweiligen Qualifikation, schließlich wollen wir keine Männer diskriminieren."
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15.03.2010
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