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25.05.2011, 13:43
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TNT:
Tour de Force
Der Postkonzern TNT spaltet sich auf - Express- und Briefgeschäft müssen künftig allein an der Börse bestehen. Erfolgsgeschichten haben die Niederländer den Investoren allerdings nicht zu bieten: nur einen Mafiaskandal und marode Auslandstöchter.
von Leo Klimm Hamburg
Und jetzt auch noch Mafiavorwürfe. Zum Schluss kommt es dick für Peter Bakker, den scheidenden Chef des niederländischen Postkonzerns
TNT : Die italienische Justiz entzog ihm vor Kurzem die Kontrolle über mehrere Niederlassungen im Raum Mailand. Sie sollen vom berüchtigten Mafiaableger 'Ndrangheta infiltriert sein.
Die Episode in Italien ist ein Sinnbild für die Lage des Konzerns: Es läuft viel schief bei TNT. Und das in einem der wichtigsten Momente der Firmengeschichte - der Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen. am Mittwoch soll auf der Hauptversammlung die Abtrennung des globalen Expressgeschäfts von der schwindsüchtigen Briefsparte beschlossen werden. Das haben aggressive Investmentfonds Bakker aufgezwungen. am Donnerstag dann geht TNT Express, ein Konzern mit 7 Mrd. Euro Umsatz, unter neuer Führung an die Börse.
Kursinformationen und Charts
Der weltweit boomende Paketversand bereitet TNT Express eigentlich beste Voraussetzungen für den Gang aufs Parkett. Doch ausgerechnet jetzt droht der viertgrößte Postkonzern der Welt den Anschluss an
UPS ,
Fedex und die
Deutsche Post zu verlieren: Während die Rivalen vom globalen Aufschwung profitieren, schockiert TNT Express die Anleger mit einem Gewinneinbruch.
Zwar stiegen die Erlöse im Auftaktquartal 2011 um 6,6 Prozent, doch das operative Ergebnis stürzte von plus 59 auf minus 79 Mio. Euro, der Nettoverlust lag bei 106 Mio. Euro. Spartenchefin Marie-Christine Lombard, die auch das eigenständige Unternehmen TNT Express führen wird, reagiert mit verschärftem Sparkurs - und gibt nur noch verhaltene Geschäftsprognosen ab.
Ihr größtes Problem ist die misslungene Integration zweier Firmen in Brasilien, die 2007 und 2009 gekauft wurden. Hier wurden jüngst Abschreibungen von 120 Mio. Euro fällig. "Ich hätte das mit Brasilien früher bemerken sollen", gibt Lombard zu - "wenn ich nicht so stark auf den Entflechtungsprozess fokussiert gewesen wäre." Die Brasilien-Tochter will sie nun bis Ende 2012 profitabel machen. Das ebenfalls Not leidende Geschäft im Boommarkt China soll bis 2013 schwarze Zahlen schreiben.
Teil 2: Das Briefgeschäft wird noch jahrelang profitabel bleiben
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FTD.de, 25.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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