Kursinformationen und Charts
|
LVMH
|
118,9 EUR |
[-3] |
-2,46% |
|
|
Kapitalkräftige Akteure wollen diese Situation nutzen, um sich für die erwartete Fortsetzung des Wachstums eine gute Ausgangsposition zu sichern. Dabei versuchen sie sich in dreierlei Hinsicht zu stärken: Kontrolle der Bestände, Ausbau der Vertriebsmacht über die Entwicklung zugkräftiger Marken und schließlich die Absicherung der Versorgung.
Um Letzteres soll es LVMH gehen, heißt es in der Branche. Der Konzern ist demnach gar nicht an den Marken von Rémy Cointreau interessiert, sondern an deren Kontrakten zur Traubenversorgung. Denn LVMH kann den Bedarf für seine Marken wie Moët & Chandon großteils nicht aus eigenen Anbauflächen decken. Folglich ist der Konzern auf die selbstbewussten Winzer der Champagne angewiesen und hat weder Preis noch Qualität im Einkauf vollständig in Griff. Die Flächen, auf denen Anbau für Champagner erlaubt ist, sind extrem begrenzt.
Dem Wirtschaftsblatt "La Tribune" zufolge gehören zu den übrigen Interessenten große Champagnergenossenschaften und Anbieter, denen es mehr um die Marken geht. Die CM-CIC-Analysten taxieren den Verkaufspreis auf 410 bis 475 Mio. Euro. "Die 300 Mio. Euro, die LVMH geboten hat, sind weit entfernt von Rémy Cointreaus Erwartungen, die wollen deutlich höhere Offerten sehen", sagt Christine Ropert vom Börsenmakler Gilbert Dupont. Die Konzernsparte war zuletzt stark von der Krise getroffen und machte 2010 4 Mio. Euro Verlust.