Für einen Abschwung sprechen auch die schlechten Einzelhandelsdaten vom Februar. Seit Dezember strauchelt die größte Volkswirtschaft der Welt. Sowohl mit der Beschäftigung als auch dem Umsatz der Einzelhändler geht es bergab, die Produktion der Industrie stagniert. Damit sind drei von vier Kriterien der Definition für einen Abschwung erfüllt. Offiziell verkündet das National Bureau of Economic Research eine Rezession in den USA wenn alle vier Punkte eintreffen - allerdings stets erst um Monate verzögert.
Düster war der Februar für die Einzelhändler. Sie setzten 0,6 Prozent weniger um als im Januar. Damals hatten ihre Erlöse revidiert um 0,4 Prozent zugelegt. "Angesichts der Eintrübung am Arbeitsmarkt und Rekordständen beim Ölpreis wird die Laune der Konsumenten wohl nicht so schnell deutlich steigen", sagte Postbank-Ökonomin Fabienne Riefer. Die rund 115 Millionen Haushalte schultern mehr als zwei Drittel der gesamten US-Wirtschaftsleistung.
Die Zahl der Erwerbslosen kletterte laut Daten vom Donnerstag mit 2,835 Millionen auf den höchsten Wert der vergangenen zweieinhalb Jahre. Das waren 7000 mehr als in der Vorwoche. "Diese 7000 sind genau das Niveau, auf dem die Rezession im Jahr 2001 begann", sagte Ian Shepherdson, US-Chefvolkswirt von High Frequency. Bereits vergangenen Freitag hatte der Arbeitsmarktbericht für Februar den zweiten Monat in Folge mehr Arbeitslose ausgewiesen.
"Die USA befinden sich derzeit in einer Rezession", sagte Steve Barrow von Bear Stearns auf der Frühjahrskonferenz Ifo-Instituts. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen im ersten Quartal mit einem Schrumpfen um fast ein Prozent aufs Jahr hochgerechnet.
Barrow geht davon aus, dass die USA nun mehr Druck auf die restlichen G-7-Länder ausüben werden, damit auch diese eigene Konjunkturpakete schnüren. Mitte Februar hatte Washington ein Hilfsprogramm über 168 Mrd. $ verabschiedet - nur wenige Wochen nach den ersten Anzeichen für eine flauere Konjunktur.
Auch der Internationale Währungsfonds forderte seine Mitgliedsstaaten abermals auf, Pläne für höhere Ausgaben zu entwickeln und so das heimische Wachstum zu stützen. Die Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft lehnten dies für Deutschland ab. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich nicht äußern.