Metro -Chef Olaf Koch hat angekündigt, dass der Verkauf der vergleichsweise kleinen britischen Großhandelstochter Makro nur der Auftakt für einen Konzernumbau ist.
Bei der Transaktion beweist der Manager zudem, dass er notfalls Verluste in Kauf nimmt, wenn es darum geht, sich von Unternehmensteilen zu trennen. Koch hält sich an Metros Motto "zum Handeln geschaffen". Für das Unternehmen ist das positiv. Denn Koch bringt Bewegung in den Stillstand bei Metro.
In den vergangenen Jahren wurde das Unternehmen von den ewigen, unvollendeten Verkaufsplänen seines Vorgängers Eckhard Cordes zerrissen und gelähmt. Koch musste sich entscheiden, ob er den Konzern wieder eint - oder ob er ihn endgültig teilt. Beides wäre vertretbar gewesen. Er hat die zweite Variante gewählt und sich für Trennungen entschieden. Am Mittwoch machte der Metro-Chef das noch einmal deutlich.
Die Öffentlichkeit kann sich nun auf Zweierlei einstellen: Erstens darauf, dass Koch weiter den Verkauf der beiden großen und im Fokus stehenden Töchter Kaufhof und Real vorbereitet - auch wenn der das Thema mit zurückhaltender Rhetorik aus der öffentlichen Debatte zu bekommen versucht.
Zweitens ist damit zu rechnen, dass er bei Prozessen, die er beginnt, auch ein Ende herbeizwingen will. Während Cordes eher auf einen gutes Geschäft bei der Trennung von Töchtern aus war, zählt für Koch vor allem eines: dass überhaupt ein Verkauf zu Stande kommt.
Alle wissen damit, womit sie rechnen müssen: Die Arbeitnehmervertreter, die Koch nicht als Chef wollten, ihn aber bisher respektieren. Die Aktionäre, die schon lange die Verkäufe wollen, und offenbar - so legt es der steigende Aktienkurs als Reaktion auf den Makro-Verkauf nahe - lieber ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende wollen.