Die Sanierung der Buchhandelskette Thalia hat den Handelskonzern Douglas im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 tief in die Verlustzone gerissen. Die Anteilseigner des Konzerns mit seinen Parfümerien, Juweliergeschäften und Süßwaren-Läden müssen deshalb voraussichtlich auf eine Dividende für das laufende Geschäftsjahr verzichten. Das dürfte auch Großaktionär Erwin Müller nicht freuen, der angekündigt hatte, seinen Anteil weiter ausbauen zu wollen und damit für Aufregung bei Douglas sorgte. Die Probleme bei Thalia wirken sich auch auf die Jahresziele des Konzerns aus.
Sanierungskosten für die Buchhandelskette von 165,1 Mio. Euro belasteten die Ergebnisse des Handelskonzerns im ersten Halbjahr. Vor Steuern schrieb der Konzern von Oktober bis März vor Steuern einen Verlust von 45,4 (Vorjahr: Plus 121,4) Mio. Euro, wie Douglas am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich blieb sogar ein Fehlbetrag von 63,3 Mio. Euro.
Abseits von Thalia konnte Douglas indes zulegen: Das Flaggschiff des Konzerns, die Parfümerien, legten beim Umsatz von Oktober bis April, also inklusive des Ostergeschäfts, um 2,2 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro zu. Vor allem im deutschen Heimatmarkt florierte das Geschäft. Auch die Christ-Juweliergeschäfte steigerten die Erlöse. Die Umsätze der Buchhandelskette Thalia gaben dagegen erneut nach. Insgesamt verbuchte der Konzern in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahrs ein Umsatzplus von zwei Prozent auf 2,17 Mrd. Euro.
"Die anhaltende Umsatzverschiebung aus dem stationären Handel ins Internet sowie die zunehmende Bedeutung von eBooks stellen Thalia, wie die gesamte Buchbranche, vor große Herausforderungen", räumte Douglas ein. Konzernchef Henning Kreke hatte angekündigt, die unter der Konkurrenz von Internethändlern wie Amazon leidende Kette in Eigenregie wieder auf Kurs bringen zu wollen. Er will unter anderem Filialen verkleinern oder schließen und die Buchläden besser mit dem Online-Geschäft verzahnen.
Die Schieflage der Buchhandelskette bleibt auch für die Prognose nicht ohne Folgen: Für das Geschäftsjahr erwartet der Konzern zwar weiter ein leichtes Umsatzplus auf rund 3,4 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird nun aber "am unteren Ende" der bisher angepeilten Spanne zwischen 200 und 250 Mio. Euro erwartet.