Die
Post -Aktie setzte ihre Talfahrt fort, verlor am Donnerstag weitere 1,3 Prozent und schloss bei 9,96 Euro. Der Kooperationsvertrag zwischen
UPS und der Post-Tochter DHL sollte ursprünglich bereits im August unterzeichnet werden. Er sieht bisher vor, dass UPS ab Januar 2009 sämtliche Expressgüter und Pakete von DHL per Flugzeug transportiert. Über eine Laufzeit von zehn Jahren sollten die Amerikaner dafür jährlich 1 Mrd. $ von der Deutschen Post erhalten. "Wir sind weiter zuversichtlich, bis Jahresende eine Einigung zu erreichen", sagte Davis. Die Eckdaten des Vertrags waren bereits im Mai vereinbart worden.
Die Folgen der Finanzkrise, die den Nettogewinn von UPS im dritten Quartal trotz steigender Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 970 Mio. $ gedrückt haben, würden vor allem das US-Geschäft auch in den kommenden Quartalen spürbar belasten, prognostizierte der Konzern am Donnerstag. Die Deutschen, die für das laufende Jahr bislang bereits mit einem Verlust von durchschnittlich 5 Mio. $ pro Arbeitstag kalkulieren, geraten damit zusätzlich unter Handlungsdruck. "Die Schwäche der US-Wirtschaft und die hohen Benzinpreise im Sommer haben unsere Restrukturierung belastet", räumte eine DHL-Sprecherin am Donnerstag ein. "Wir werden daher - wenn nötig - weitere Maßnahmen ergreifen." Für einen vollständigen Rückzug aus den USA habe man aber keine Pläne.
Für einen solchen Rückzug müsste DHL das gesamte internationale Geschäftsmodell umbauen. Entsprechend dringend sind die Deutschen auf die Kooperation mit UPS angewiesen. Grundsätzlich hat aber auch UPS ein Interesse an dem Vertrag - nicht zuletzt um die Transportkapazitäten besser auslasten zu können.
Deutlich gestärkt sieht sich DHL international durch einen Chartervertrag mit der US-Gesellschaft Polar Air Cargo. Dieser sichere den Deutschen künftig den Zugang zu sechs Flugzeugen, die Ziele in den USA und in Asien anfliegen, teilte DHL mit.