Gefährliche PR: Eintrittskarten zur Fußball-WM
Nach geltender Gesetzeslage könnten die begehrten Tickets nicht so einfach zur Kundenbindung eingesetzt werden, sagte die Bielefelder Strafrechtsprofessorin Britta Bannenberg der "Welt am Sonntag". Der Juristin zufolge drohen den Firmen Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdacht, sollten Amtsträger oder Angestellte anderer Firmen Karten geschenkt bekommen.
"Das Delikt ist relativ früh strafbar", sagte Bannenberg. Eine WM-Karte sei schließlich kein "Allerweltsgeschenk". Der Kölner Steuerrechtsprofessor Joachim Lang wies zudem darauf hin, dass für Mitarbeiter kostenlose Tickets ein Sachbezug darstellen und lohnsteuerpflichtig sind. Sollte dagegen ein Lieferant ein Billett bekommen, müsse er den Gegenwert als Betriebseinnahme versteuern.
RWE will Karten zurückgeben
Gleich mehrere Dutzend Konzerne aus Deutschland haben sich dem Bericht zufolge als Sponsoren des Turniers oder Kunden der Fifa-Ticket-Agentur iSe Hospitality Sales Zugriff auf rund 800.000 Karten gesichert. Damit sollten Kundenkontakte gepflegt oder Mitarbeiter belohnt werden.