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14.09.2010, 12:30
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Vorschlag eines Piloten:
Ein Flugbegleiter wäre der bessere Ryanair-Chef
Wir haben es schon immer geahnt: Chefs sind überbezahlt und entbehrlich. Ein Pilot der Billigfluglinie Ryanair schlägt Michael O'Leary daher den Rücktritt vor. Die Äußerung hat eine Vorgeschichte.
von Annette Berger
Weniger Toiletten an Bord bedeuteten mehr Platz für Sitzreihen, für den Gang aufs stille Örtchen sollte man bei Passgieren extra abkassieren, und mit einer "Fat Tax" könnten korpulente Reisende zusätzlich zur Kasse gebeten werden:
Ryanair -Chef Michael O'Leary macht gern Schlagzeilen mit solchen Aussagen. Das ist besser und billiger, als Werbekampagnen zu starten, denkt er sich wohl. So bleiben er und seine Billigfluglinie ständig im öffentlichen Bewusstsein.
Eine Ryanair-Maschine fliegen kann zwar nicht jeder Depp, aber jeder Flugbegleiter, meint der Airline-Chef
In manchen Medien wird über den Ryanair-Chef denn auch nur noch das Nötigste berichtet - über dröge Zahlen etwa oder Ryanairs Schwierigkeiten, die auch damit zu tun haben, dass O'Leary eben immer alles günstig will. Deshalb etwa liegen seine Flughäfen weit ab vom Schuss - und daher nehmen ihm manche Billig-Rivalen mit Metropolen im Flugplan Passagiere weg.
Jüngst schreckte O'Leary die Branche mit einem Vorschlag auf, der sogar für seine Verhältnisse schräg klang: Er wolle die Aufsichtsbehörden überzeugen, dass auf kürzeren Strecken ein Pilot ausreiche. Kopiloten seien überflüssig. Schließlich mache der Computer die Hauptarbeit beim Flug. "Die Branche könnte ein Heidengeld sparen", sagte der Ire.
Kursinformationen und Charts
Um Zweifler zu überzeugen, fügte er noch ein aus seiner Sicht bestimmt überzeugendes Argument an: "In 25 Jahren mit mehr als zehn Millionen Flügen hatten wir einen Piloten, der einen Herzinfarkt erlitt, und der hat das Flugzeug noch zum Landen gebracht". O'Leary meinte es ernst. Er habe bei den Luftfahrtbehörden beantragt, künftig auf Kopiloten verzichten zu dürfen. Ohnehin ist er der Ansicht, notfalls könnten auch Stewardessen ein Flugzeug landen.
Nicht nur dem Luftfahrt-Bundesamt war das zuviel. Es wies die Idee sogleich zurück. Auch einem Ryanair-Piloten platzte der Kragen. Der 41-jährige Flugkapitän Morgan Fischer, der für Ryanair in Marseille Piloten ausbildet, schrieb einen Brief an die Financial Times. Er finde es prima, dass sein oberster Chef immer ans Sparen denke - und habe daher auch einen Vorschlag: Man könnte O'Leary durch einen Flugbegleiter ersetzen.
Teil 2: Wie O'Leary reagiert
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FTD.de, 14.09.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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