Zudem übernehme Warsteiner eine Abfüllanlage für Wein, sagte der Sprecher. Der genaue Kaufpreis ist nicht bekannt, nach FTD-Informationen liegt er über 3 Mio. Euro. Die Weinsparte gilt seit dem Einstieg in das neue Geschäftsfeld 2005 als umstritten. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Brauereigruppe trenne sich komplett von ihren Auslandstöchtern. Die Geschäfte jenseits der Grenzen tragen etwa 30 Prozent zum Gruppenumsatz von 542 Mio. Euro jährlich bei, gelten aber als wenig rentabel.
Branchenkenner deuten die Bündelung des Weingeschäfts als Hinweis auf einen später geplanten Verkauf. "In einer neuen Gesellschaft lässt sich das Geschäft rascher marktgerecht aufstellen, um es anschließend loszuschlagen", vermutete ein Branchenkenner. Der Firmensprecher wollte das nicht kommentieren.
Warsteiner war vor drei Jahren mit 10 Mio. Euro in den Weinmarkt eingestiegen. Bisher hatte es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Weinkeller Orfila gehandelt, der die Abfüllung übernahm. "Der Vertrag ist ausgelaufen. Um die Abfüllung zu sichern, haben wir Anlagen und Markenrechte gekauft", sagte der Firmensprecher. Die Warsteiner-Gruppe setzt nach FTD-Informationen 14 Mio. Euro jährlich mit Wein um.
Den Einstieg ins Weingeschäft hatte der ehemalige Generalbevollmächtigte Gustavo Möller-Hergt vorangetrieben, der seinen Posten 2007 jedoch abrupt räumen musste. Auslöser waren Spannungen zwischen ihm und den Warsteiner-Inhabern Albert und
Catharina Cramer . Dabei ging es unter anderem um die Auslandsgeschäfte.