"Das Thema Schokolade steht für meine Region erst einmal nicht auf der Agenda", sagte Kai Panholzer, Wrigley-Chef für die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlande. "Zurzeit konzentrieren wir uns auf zwei Bereiche: Kaugummi und Bonbons", sagte Panholzer im Gespräch mit der FTD.
Deutschland gehört Wrigley-Angaben zufolge zu den fünf wichtigsten Märkten des US-Konzerns. Im Jahr 2007 hatte das Unternehmen seinen Umsatz hierzulande mit einer zweistelligen Prozentrate gesteigert; nach Schätzung des Fachblatts "Lebensmittelzeitung" waren es insgesamt rund 500 Mio. Euro. Wrigley machte dazu keine Angaben. Weltweit meldete der Konzern am Montag ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 5,39 Mrd. $ im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Gewinn stieg 2007 sogar um 20 Prozent auf 632 Mio. $. Trotz des Wachstums wies Wrigley-Konzernchef Bill Perez auf "die gestiegenen Kosten und den zunehmenden Wettbewerb" in der Branche hin. Die Aktie das Konzerns fiel nach Bekanntgabe der Bilanz zwischenzeitlich um 2,5 Prozent auf 56,40 $.
Fokus auf traditionelle Stärken
Der nun gesetzte Fokus auf traditionelle Stärken deutet auf einen strategischen Schwenk hin. "Mit Kaugummi und zudem noch Bonbons hat Wrigley zurzeit genug zu tun", sagte Walter Todd, Konsumgüterexperte beim Vermögensverwalter Greenwood Capital. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen sich hingegen vehement bemüht, das Geschäft auf mehrere Säulen zu stellen. Deshalb hat Wrigley versucht, in Geschäftsfelder jenseits des Kaugummis vorzudringen. Im Jahr 2002 beispielsweise bot der Konzern rund 12,5 Mrd. $ für den Schokoladenspezialisten Hershey - scheiterte aber an dessen komplizierter Eignerstruktur. Erst vor einem Jahr gelang Wrigley der lang ersehnte Einstieg in das Schokoladengeschäft, wenn auch auf kleinem Niveau. Der US-Konzern übernahm die Mehrheit an der russischen Firma A. Korkunov für rund 300 Mio. $.
Branchenexperten sahen darin eine Expansion mit Symbolkraft: Es hieß, Wrigley interessiere sich zudem den Fruchtgummihersteller Haribo oder das Süßwarengeschäft von Kraft Foods mit der Marke Milka. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Nahrungsmitteln hatte Wrigley 2005 bereits seine Zuckerwarensparte mit Marken wie Life Savers und Altoids verkauft. "Das war bereits ein großer Schritt für Wrigley, der erst einmal verkraftet sein will", urteilte Branchenexperte Todd nun.
Wrigley leidet zurzeit außerdem unter einem schleppendem Geschäft auf dem Heimatmarkt: Während der Umsatz in Europa 2007 um etwa ein Viertel höher lag als noch 2006, verharrte er in Nordamerika auf gleichem Niveau. Gerade in den USA liefert sich der Konzern einen aufreibenden Kampf mit Wettbewerber
Cadbury Schweppes .