Man sollte diese australische Entscheidung nicht als Marotte vom anderen Ende der Welt abtun. Erst im Juli hat die Kommission erklärt, die Packungsvorschriften in der EU verschärfen zu wollen, konkrete Vorschläge werden im Herbst vorgelegt.
Erst kamen kleine Warnhinweise, dann größere, inzwischen gibt es kleine Schockbilder. Aber bislang konnten Hersteller wenigstens noch Zigaretten - die ja legal sind - mit Logo und Slogan auf der Packung bewerben und sich von Konkurrenzprodukten unterscheiden. Nun soll ihnen selbst das genommen werden. Ihnen werden ihre Markenrechte und Werbemöglichkeiten genommen. Das ist eine kalte Enteignung.
Logisch ist das längst nicht mehr. Es wirkt wie eine Machtdemonstration von Gesundheitsfanatikern gegenüber der Industrie und den Kunden. Dabei gibt es sicher niemanden mehr, der die gesundheitlichen Risiken des Rauchens bestreitet. Zudem sinkt die Zahl der Zigarettenkäufer seit Jahren, kräftig wie stetig. Der schrumpfende Rest nimmt das Risiko bewusst in Kauf.
Die Politik will nicht, dass Menschen rauchen, aber auch nicht, dass sie damit aufhören und keine Tabaksteuermilliarden mehr in die Staatskasse fließen. Diese Schizophrenie darf man Gesundheitspolitikern nicht durchgehen lassen: Entweder ein Genussprodukt ist für den Konsum zu gefährlich, dann reichen aber auch neue Warnpackungen nicht aus - sondern es muss verboten werden. Oder aber der Vertrieb bleibt legal: Dann sollten die Hersteller mindestens auf den Schachteln dafür werben dürfen - und Kunden wie Industrie nicht vom Staat bevormundet werden.
Wie kann eine Zigarettenschachtel so mißbraucht werden. Die Zigarettenregale sind so schön farbig, manche Schachteln sogar verführerisch, warum wollen manche Menschen dieses Kulturgut verunstalten.