Die Sachverständigen empfehlen darin die Privatisierung eines Teils der staatlichen Apotheken und die Öffnung für ausländische Ketten. Seit 1970 verfügt die staatliche Gesellschaft Apoteket in Schweden über ein Monopol für den Verkauf von Medikamenten. Sie betreibt rund 900 Apotheken und setzte 2006 umgerechnet 3,8 Mrd. Euro um. Ähnlich wie in Deutschland wird auch in Schweden seit Jahren über eine Öffnung des Marktes debattiert. 2006 kündigte die Regierung an, das Monopol aufzulösen.
In erster Linie soll sich damit die Versorgung verbessern. "Ich rechne mit längeren Öffnungszeiten und weniger Schlangen", sagte der Chef der Kommission, Lars Reje, bei Übergabe seiner Vorschläge. Danach sollen internationale Ketten einen Teil der staatlichen Filialen kaufen oder mit staatlicher Genehmigung eigene Apotheken eröffnen dürfen. Die Betreiber müssen dabei nicht selbst Pharmazeuten sein. Schon 2009 könnten die Pläne in Kraft treten, so Reje.
Vor allem die geplante Apoteket-Zerschlagung sorgt in Schweden jedoch für Wirbel. Die Regierung behält sich vor, die Details der Marktöffnung selbst zu bestimmen. Branchenkenner erwarten eine Entscheidung erst Ende 2008.
"Der Markt ist spannend. Aber nun müssen wir die politische Diskussion abwarten", hieß es bei Celesio, dem größten Apothekenbetreiber in Europa. Die Stuttgarter haben mehrfach Interesse an einem Markteinstieg in Schweden bekundet. Auch Phoenix und die britische Kette Alliance Boots stehen bereit. Voraussetzung für einen Einstieg dürfte aber eine weitgehende Entmachtung von Apoteket sein.