Mit diesen Worten fordert der BHÄV seine fast 7000 Mitglieder auf, nächste Woche kollektiv ihre Kassenzulassungen zum 1. Juli zurückzugeben. Damit würde sich die bisher größte Ärztegruppe aus dem gegenwärtigen Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden.
Vereinzelt habe es solche Initiativen bereits gegeben, heißt es bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, allerdings nicht in dieser Dimension. "Das wäre gravierend. Das hat wahrhaftig eine andere Qualität", sagt ein Sprecher. Mit ihrem kollektiven Ausstieg wollen die bayerischen Hausärzte eine bessere Versorgung für ihre Patienten und bessere Arbeitsbedingungen für sich selbst erreichen. "Am 1. Juli beginnt die neue Welt", sagte Vorstandsmitglied Jürgen Büttner, Hausarzt in Roth bei Nürnberg. Dann würden den Vertragsärzten nicht mehr ihre Arbeitsbedingungen und Honorare diktiert. Stattdessen wollen die Ärzte bis dahin eigene Versorgungsverträge mit den Krankenkassen abschließen.
Solche Direktverträge unter Umgehung der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) sind seit der letzten Gesundheitsreform erlaubt und könnten, so die Hoffnung der bayerischen Hausärzte, bei den Kassen auf Interesse stoßen.
Eine erste Entscheidung dieser Art fiel bereits Ende 2007, allerdings auf Initiative einer Krankenkasse: Die AOK Baden-Württemberg hatte in einer Ausschreibung dem bisherigen Partner, der KV, eine Abfuhr erteilt und den Zuschlag für Verhandlungen dem Hausärzteverband und der Ärztegruppe Medi erteilt, die rund 5700 Mitglieder vertreten. Dabei ging es um ein jährliches Volumen von rund 1 Mrd. Euro.