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Merken   Drucken   20.07.2008, 08:00 Schriftgröße: AAA

Kaiserschnittgeburten: Mehr Profit mit Messer und Nadel  

Immer mehr Kinder werden per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Für die Kliniken ist die Operation lukrativer als eine normale Geburt. Die Kassen klagen über die Mehrbelastung. von Nadine Diehl (Hamburg)
Claudia Schiffer, Madonna und jetzt Angelina Jolie - sie alle haben es getan. Ein Baby per Kaiserschnitt auf die Welt holen zu lassen liegt im Trend. Nicht nur in den USA: Auch in Deutschland steigt seit Jahren die Zahl der Kaiserschnittgeburten. Mittlerweile wird fast jedes dritte Baby mittels Skalpell geboren. Vor zehn Jahren waren es in Deutschland laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch 18 Prozent der Kinder.
Für die Kliniken ist der Griff zum Messer lukrativer als eine normale Geburt. Darin sieht Günter Neubauer, Gesundheitsökonom an der Bundeswehruniversität München, den Grund für die hohe Operationsrate. Die Pauschale für einen Kaiserschnitt liegt nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen bei durchschnittlich 2600 Euro - und damit fast doppelt so hoch wie für eine normale Geburt. Die wird nur mit 1400 Euro vergütet. "Eine Operation kostet das Klinikum zwar mehr, dauert aber im Fall des Kaiserschnitts maximal eine halbe Stunde. Für eine normale Geburt muss das Personal oft über 24 Stunden dabei sein", sagt Neubauer. "Das rechnet sich für die Kliniken allemal."

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