Vanguard , der europäische Marktführer in der Aufbereitung medizinischer Hightechinstrumente, weitet sein Geschäft in Benelux aus. 2006 war der Klinikdienstleister ein Joint-Venture mit der Malysse-Sterima-Gruppe eingegangen, jetzt bringen die Belgier sämtliche Geschäftsfelder, darunter auch die Logistik, ein. Vanguard übernimmt 51 Prozent der Anteile. Das Berliner Unternehmen, das bereits in Frankreich, Polen, Großbritannien, Dänemark und der Schweiz präsent ist, öffnet sich damit die Tür zu einem neuen Markt.
Die belgische Gruppe sei wichtig für Vanguards geografisches Wachstum, sagte Geschäftsführer Robert Schrödel. Er freue sich, die "Expansion in zahlreichen Unternehmensbereichen in Europa voranzutreiben." Künftig kann das Berliner Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen auch in den Nachbarländern anbieten. Vanguard kooperiert bislang mit 1450 Kliniken in Europa und erzielte 2007 einen Umsatz von 114 Mio. Euro.
Der Markt sei stark angespannt, sagte Geert Malysse, Geschäftsführer der Malysse-Sterima-Gruppe, die im vergangenen Jahr 52 Mio. Euro umsetzte. "Die Kliniken stehen unter einem enormen finanziellen Druck." Deutsche Kliniken hätten sich schon stärker als Krankenhäuser in Benelux für ein Outsourcing geöffnet. "Der Prozess der Konsolidierung wird weitergehen." Als integrierter Klinikdienstleister habe die deutsch-belgische Gruppe gute Chancen auf dem Markt. Auch weitere Firmen zu übernehmen, sei denkbar.
Ob der neue Name Malysse-Sterima Vanguard Gruppe auf Dauer bestehen bleibe, sei noch ungewiss. Vielleicht werde man ihn nach ein, zwei Jahren ändern, sagte Malysse. Auch seine eigene Rolle müsse man irgendwann überdenken. Der 39-Jährige führt in dritter Generation das belgische Familienunternehmen. Ihren 49-Prozent-Anteil werde die Familie aber auf jeden Fall behalten.