Abstimmung im Aufsichtsrat:Edelstahl-Deal kurz vor dem Abschluss
Exklusiv
Der geplante Verkauf der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum steht kurz bevor. Schon kommende Woche soll das Kontrollgremium dem Verkauf zustimmen, erfuhr die FTD.
von Kirsten BialdigaDüsseldorf
Der Verkauf der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp an den finnischen Konkurrenten Outokumpu kann über die Bühne gehen. Nach FTD-Informationen soll der Aufsichtsrat bereits in der kommenden Woche in einer außerordentlichen Sitzung dem Verkauf an den finnischen Konkurrenten Outokumpu zustimmen.
Die Verträge seien weitgehend unter Dach und Fach, hieß es. Wegen möglicher Kartellprobleme sei bereits im Vorfeld bei den EU-Wettbewerbsbehörden vorgefühlt worden. Die offizielle Prüfung in Brüssel dürfte dann mehrere Monate in Anspruch nehmen, sodass der Verkauf zum Jahresende abgeschlossen sein könnte. Ein ThyssenKrupp-Sprecher sagte dazu am Donnerstag, die Gespräche insbesondere mit der Arbeitnehmerseite seien noch nicht beendet und würden ergebnisoffen geführt.
Kommt es zu einer schnellen Abtrennung der Edelstahlsparte mit 6,7 Mrd. Euro Umsatz und 11.500 Beschäftigten, dann erhält Vorstandschef Heinrich Hiesinger beim Konzernumbau wieder Handlungsspielraum. Den Wert der Sparte taxieren Analysten auf bis zu 2 Mrd. Euro. Den Ruhrkonzern drücken hohe Schulden, das Rating verharrt bei Standard & Poor's auf Ramschniveau. Um ThyssenKrupp vom zyklischen Stahlgeschäft unabhängiger zu machen und stärker auf andere Technologien auszurichten, hatte Hiesinger Tochterfirmen mit mehr als 10 Mrd. Euro Umsatz auf die Verkaufsliste gesetzt.
Bei den Arbeitnehmern stoßen die Pläne zum Verkauf von Inoxum bisher auf Ablehnung. Sie fürchten die Schließung von Produktionskapazitäten in Bochum und Krefeld und sehen mindestens 1000 Stellen bedroht. Für Freitag ruft die IG Metall in Bochum zu einer Großdemonstration auf, der sich auch Opel-Beschäftigte anschließen wollen. Beobachter erwarten aber eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern am Wochenende.
ThyssenKrupp hatte bereits vor drei Jahren mit Outokumpu verhandelt. Die Gespräche scheiterten laut Insidern an der Bewertung und der Frage, wer die Mehrheit bekommt. Durch den Verkauf entsteht der mit Abstand weltgrößte Edelstahlhersteller mit rund 11 Mrd. Euro Umsatz. Aus Sicht Outokumpus ist die Präsenz in Zentraleuropa attraktiv. Umgekehrt profitieren die Deutschen von den günstigen Stromverträgen der Finnen und deren Chromerzvorkommen.
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