Dossier
Ein deutsches Imperium gerät ins Wanken: Adolf Merckle, Herr über Ratiopharm und Heidelberg Cement, hat sich mit VW-Aktien verspekuliert. Ein Notverkauf des Pharmaherstellers würde das Herzstück aus seinem Konglomerat lösen. von Claus Hecking, Horst von Buttlar (Hamburg) und Klaus Max Smolka (Frankfurt)
Adolf Merckle liebt und hütet Geheimnisse. Das gilt für seine Gewinne wie für seine Pläne und Liebhabereien. In den 90er-Jahren etwa erwarb der gebürtige Dresdner von der Treuhand das malerische Schloss Hohen Luckow in Mecklenburg-Vorpommern. Er renovierte das Anwesen, das für seinen prachtvollen Stuck berühmt ist, aufwendig. 2007 trafen sich hier sogar die Staats- und Regierungschefs der G8 zum Abendessen.
Jeder weiß, dass Merckle der Eigentümer des Gutes ist. Dennoch schweigt sich die Schlossverwaltung über ihren Eigner aus, auch auf der Homepage ist lediglich von "neuen Besitzern" die Rede.
Nun ist ein dunkles Geheimnis an die Öffentlichkeit getreten, das das Reich des Adolf Merckle für immer verändern könnte. Der Unternehmer, zu dessen Imperium der Generikahersteller Ratiopharm, der Pharmahändler Phoenix sowie Beteiligungen an Heidelberg Cement und dem Pistenfahrzeughersteller Kässbohrer gehören, hat sich mit VW-Aktien verspekuliert. Zwischen 400 Mio. und 1 Mrd. Euro soll Merckle mit Wetten auf fallende Kurse verloren haben. Nun verhandelt der laut "Forbes" fünftreichste Deutsche mit 40 Banken über einen Überbrückungskredit.
Bilderserie
Bilderserie: Das Familienimperium Merckle
Es könnte schlimm ausgehen für den Patriarchen, dessen Gruppe mit etwa 100.000 Mitarbeitern jedes Jahr 30 Mrd. Euro Umsatz macht. Er könnte sogar gezwungen sein, das Herzstück seines Imperiums zu veräußern: Ratiopharm.
Ein Ratiopharm-Mitarbeiter: Belegschaft wird beschwichtigt
Gerüchte über den Verkauf haben für Unruhe bei dem Hersteller von Nachahmermedikamenten gesorgt. Ratiopharm-Chef Oliver Windholz versucht, die Belegschaft zu beschwichtigen. "Tatsache ist, dass der Geschäftsführung der Ratiopharm keine derartige Entscheidung des Gesellschafters vorliegt", schreibt er in einem Aushang, der in der Ulmer Zentrale hängt. "Ich bitte Sie, sich weiterhin voll auf das Tagesgeschäft der Ratiopharm zu konzentrieren."
Doch die Mitarbeiter warten nervös auf die Betriebsversammlung in der Donauhalle am Montag. Das ist zwar die turnusmäßige Jahresversammlung. Aber für die Mitarbeiter dürfte es nur ein Thema geben: Merckles Finanznöte. Denn Ratiopharm ist Merckle, und Merckle ist Ratiopharm.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Soll die größte US-Bank zerschlagen werden? Die Größe einer Bank allein ist kein Makel. Der Fall zeigt aber, dass der Derivatehandel eine strengere Aufsicht braucht. mehr
Zahlt der Chef die Krankenzusatzpolice, verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung. Davon profitieren vor allem Angestellte mit Vorerkrankungen. Bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen schauen die Anbieter aber wieder genauer hin. mehr
Ein Anteilspaket geht an den Industrieausrüster Andritz. Das Grazer Unternehmen kündigt ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre an. Für chinesische Interessenten gab es dagegen Absagen. mehr
Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat ehrgeizige Pläne: Das Geldhaus soll in der globalen Spitzenliga mitmischen. Dafür will er die Banker umerziehen: keine Ego-Shows mehr und ein Bekenntnis zur Heimat. mehr
In aller Munde ist vielleicht übertrieben. Aber doch in ziemlich vielen Mündern könnte der Münchner Miniguglhupf in diesem Jahr noch verschwinden, wenn Gugl-Erfinderin Chalwa Heigl tatsächlich ihren ersten Millionenauftrag an Land zieht. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!