Ferdinand Dudenhöffer: "Wenn ein Chinese kommt und Winterkorn die Marke abkauft, wird er einschlagen."
Der Name hinke den eigenen Produkten hinterher. Deshalb steht dieses Jahr für Seat eine große Marketingoffensive an. Und wenn die nicht fruchtet? Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, prophezeit: "Wenn ein Chinese kommt und Winterkorn die Marke abkauft, wird er einschlagen." Denn der verantwortliche Audi-Chef wisse in Wirklichkeit nicht, was er mit Seat anfangen solle.
Solche Sätze treffen die Spanier ins Mark. Andreas Schleef, der von Winterkorn aus dem Audi-Vorstand 2002 nach Barcelona geschickt wurde, um Seat auf Touren zu bringen, dementiert sie heftig: "Wir werden diese Unique Selling Position des einzigen spanischen Automobilunternehmens nicht herschenken. Das ist das Commitment." Gemeinsam mit VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder versicherte er dies unlängst auch dem spanischen Industrieminister José Montilla, der dazu extra nach Wolfsburg gereist war.
Doch die Zweifel bleiben. "Niemand will den Toten beerdigen. Deshalb verfault er im offenen Sarg", sagt Gildo Seisdedos, Marketingprofessor an der Madrider Wirtschaftshochschule Instituto de Empresa (IE). "Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, kann es so nicht weitergehen."
Zahlen sprechen deutlich gegen Seat