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28.02.2010, 03:00
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Die A400M-Luftnummer
Von wegen Durchbruch: Der Streit um den Militärtransporter A400 M ist zum Debakel geworden. Während die Länder Milliarden nachschießen müssen, verabschieden sich einige still und leise von EADS - und der Idee von gemeinsamen europäischen Rüstungsprojekten
von Gerhard Hegmann München
und Claus Hecking Palma de Mallorca
Carme Chacón streicht sich noch einmal über die lange blonde Haarpracht, alles sitzt bestens, die Show kann beginnen. Und die Kulisse für den Auftritt der spanischen Verteidigungsministerin könnte schöner nicht sein: Eine Terrasse von Mallorcas Grandhotel Meliá Victoria, im Hintergrund ankern Luxusjachten im Hafen von Palma de Mallorca, die Vorfrühlingssonne strahlt, nicht ein Wölkchen am Himmel. Der Ort ist wie geschaffen für gute Nachrichten. Und die hat Chacón an diesem Mittwoch zu bieten.
Zumindest scheint es so.
"Ich kann Ihnen mit großer Genugtuung sagen", sagt die 38-Jährige und strahlt in die Scheinwerfer, "dass die sieben Länder, die am Programm A400M teilnehmen, eine grundsätzliche Einigung mit
EADS erzielt haben." Ein Raunen geht durchs Publikum.
Kann das wirklich sein? Soll der quälende Streit in diesem Vorhaben endlich beendet sein? Ein Durchbruch?
Der Airbus A400M.
Seit Mitte der Woche tagen die europäischen Verteidigungsminister auf der spanischen Insel, sie wollen eine Lösung finden für ein Projekt, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist: der Bau des Militärtransporters A400M, eines der ehrgeizigsten Rüstungsprojekte, das Europa je gesehen hat. Sieben europäische Regierungen und der Luftfahrtkonzern EADS haben die Pläne dafür vor Jahren geschmiedet. Längst schon sollte der Wunderflieger ausgeliefert sein, Soldaten in Afghanistan könnten den Transporter dringend gebrauchen.
Nun kommen die ersten Modelle erst Ende 2012, die Kosten des Gesamtprojekts haben sich von knapp 20 auf über 30 Mrd. Euro erhöht. EADS forderte zuletzt eine Nachzahlung von gut 4,4 Mrd. Euro - die Staaten aber wollen nur 3,5 Mrd. Euro nachschießen.
Was eine Erfolgsstory hätte werden sollen, ist zu einer Geschichte des Versagens geraten. Vorläufige Bilanz: sieben blamierte Regierungen und ein Konzern, der auf Milliardenverlusten sitzt. Schlimmer noch sind die Folgen aus dem Debakel: Die ersten Staaten gehen auf Distanz zu EADS, stehlen sich davon, suchen Alternativen: preiswertere, schnellere, zuverlässigere. Die ehrgeizige Idee, Rüstung in Europa gemeinsam zu beschaffen, wankt heftig.
Teil 2: Anstelle von Details folgt neuer Streit
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FTD.de, 28.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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