Offshore-Plattformen
Wie Petrobras in der Tiefsee nach Öl bohrt
In der Werft von Angra dos Reis lässt der brasilianische Ölkonzern Petrobras, die Nummer fünf der Welt, seine neue Bohrinsel bauen. In einer malerischen Bucht, eingezwängt zwischen einer tropischgrünen Hügelkette und einer Handvoll kleiner Inseln, die vor der Küste aus der tiefblauen See ragen. Auf dem Gelände herrscht hektische Betriebsamkeit, 6000 Arbeiter, verteilt auf drei Schichten, schwirren wie Ameisen umher. Riesige Kräne, zu Land wie zu Wasser, bewegen tonnenschwere Lasten. Jedes Detail ist wichtig, am Ende muss alles millimetergenau passen - damit kein Unglück geschieht wie im Golf von Mexiko.
Im Herbst soll der Koloss, 50.000 Tonnen schwer, 125 Meter hoch und 1,2 Mrd. $ teuer, auf dem Feld Marlim Sul, weit draußen im Ozean, zum Einsatz kommen. "Diese Bohrinsel ist der letzte Stand der Tiefseetechnik, ein sogenannter Halbtaucher", schwärmt Roberto Moro, technischer Leiter des Projekts.