Leute wie er können sich derzeit vor Anfragen kaum retten. Die drohende Kreditklemme bei gleichzeitig akutem Kapitalbedarf, eines der Topthemen auf dem Wirtschaftsgipfel am Mittwoch im Kanzleramt, die blanke Finanzierungsnot des oft familiendominierten Mittelstands, die Enttäuschung über die Banken - all das zwingt eine neue Investorengruppe in die Frühreife: wohlhabende Unternehmerfamilien, die ihre großen Vermögen zunehmend nicht mehr nur über ihre stockkonservativen Family Offices in Immobilien oder Festgeld anlegen, sondern sich als Finanzinvestoren oder Multiunternehmer versuchen wollen.
Jahrzehntelang war die Szene ebenso prominent wie überschaubar. Familienclans wie die Haniels betreiben den Kauf und Verkauf von Firmen schon seit Jahrhunderten, die Oetkers nutzten die Nachkriegszeit, um sich neben Backpulver und Pudding auch ein ansehnliches Bier- und Schifffahrtsimperium aufzubauen.
Nun drängen neue Akteure auf den Markt: Unternehmerfamilien, die in Firmen außerhalb ihres Stammgeschäfts investieren. Die nächsten Monate werden darüber entscheiden, ob sie zu einer neuen, relevanten Gruppe von Geldgebern aufsteigen, die Banken und den klassischen Private-Equity-Häusern Konkurrenz macht.