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Die Finanzkrise macht aus solchen Träumen Albträume. Denn Deals dieser Größe sind kaum zu finanzieren. 75 Euro je Aktie bietet Schaeffler den Conti-Aktionären, der Börsenkurs stürzt ab, bis auf 28 Euro Ende Oktober. Die Aktionäre geraten in Panik, verkaufen mehr Anteile, als Schaeffler sich leisten kann. Bald wird Schaeffler erdrückt von Schulden. Gleichzeitig stürzen bei Conti und Schaeffler die Umsätze ab.
Mit allen Mitteln stemmt sich Schaeffler gegen das Desaster, versucht, den Deal schönzureden. Im Januar muss sie kapitulieren: Sie bittet den Staat um Milliardenbürgschaften. Und dann tauchen noch diese Fotos auf: die Schaeffler im Pelzmantel auf einer Winterparty in Kitzbühel. Sieht so eine Hilfsbedürftige aus? Maria-Elisabeth Schaeffler wird zum Sinnbild für das moralische Versagen der Wirtschaftselite: reich, risikobereit, realitätsfern und sich nicht zu schade, um Steuergeld zu bitten, wenn das große Spiel schiefgeht.
Verzweifelt stemmt sich Schaeffler gegen dieses Bild, tritt in Alltagskleidung vor ihren Angestellten auf. Sie sucht den Schulterschluss mit der IG Metall, gibt Interviews: "Warum informiert man sich nicht, was ich unternehmerisch, aber auch kulturell und sozial geleistet habe?", sagt sie dem "Spiegel". "Stattdessen beschäftigt man sich mit meinem Lidstrich und meiner Kleidung. Das empört mich." Doch sie bleibt für die Menschen weiter die Abgehobene.