Tata-Group-Vorsitz Ratan Tata
In zwei Jahren steht Ratan Tatas Pensionierung wieder einmal an - doch diesmal stehen die Dinge anders. Im August teilte die Tata-Gruppe mit, sie habe ein Komitee gegründet, das nach einem Nachfolger Ausschau halten soll.
Der Sinneswandel bei Tata hat in Indien eine Debatte angestoßen, wie die Unternehmenslandschaft im 21. Jahrhundert aussehen sollte. Die Frage, wie die Topjobs in den Konzernen vergeben werden, wird als wichtiger Faktor dafür gesehen, welche Rolle Indien künftig in der Weltwirtschaft spielen wird.
Bei Tata gäbe es einen naheliegenden Kandidaten für die Leitungsfunktion: Noel Tata, den Halbbruder des jetzigen Chefs. Doch die Gruppe hat sich festgelegt, dass sie auch Kandidaten außerhalb der Familie in Betracht ziehen will, darunter indische Topmanager, die im Ausland arbeiten, und sogar Angehörige anderer Nationalitäten.
Für ein Land, in dem die Wirtschaft seit Langem von einflussreichen Familien kontrolliert wird, wäre ein Ausländer an der Spitze eines Unternehmens wie Tata, das von Stahl über Autos bis zu IT-Dienstleistungen alles Mögliche anbietet, eine Sensation.