Bilderserie
Bilderserie: Maersk - Sparzwang auf Superfrachtern
Jensens Arbeitgeber, die Maersk Line, ist ein Mythos auf dem Meer. Verlässlichkeit und Präzision, dafür stehen die Dänen seit Jahrzehnten. Und für Profit. Zweitstellige Wachstumsraten - keine Seltenheit in der Vergangenheit. Was die dänische Reederei auch macht, es ist wegweisend in der Branche. Als die "Estelle" und ihre sieben Schwesterschiffe auslaufen, bestellt der größte Konkurrent, MSC, sofort auch ein paar Riesenfrachter. "Die Branche orientiert sich ganz klar am Marktführer", sagt Dirk Visser von der Ratingagentur Dynamar.
30 Jahre lang durchlebte die Containerschifffahrt einen Wirtschaftstraum. Allen voran strebte die Maersk Line zu immer neuen Rekorden. 2008 machte das Unternehmen noch 205 Mio. $ Gewinn - und das trotz der missglückten Übernahme von P&O Nedlloyd. Doch in diesem Jahr werden die Frachtvolumen laut Drewry Shipping Consultants um zehn Prozent fallen.
Dass die Reederei durch die Wirtschaftskrise jetzt selbst erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg in schwere See gerät, ist für die Konkurrenz ein Zeichen, die Rettungswesten anzulegen. Allein im ersten Quartal 2009 hat Maersk 559 Mio. $ Verlust gemacht - mehr als 6 Mio. $ Tag für Tag. Die Reederei wird nun zur Belastung für die Muttergesellschaft A.P. Möller. Zu dem Imperium gehört Dänemarks größte Supermarktkette sowie ein Öl- und Gasproduzent. 2008 trug A.P. Möller mit einem Umsatz von 52 Mrd. $ mehr als 16 Prozent zum dänischen Bruttoinlandsprodukt bei. Und jetzt muss Kapitän Jensen Anweisungen geben, wie centweise gespart werden kann.