Ferdinand Piëch ist mächtiger denn je
Still war es in den vergangenen Monaten um den Patriarchen geworden. Ein gelangweilter Auftritt vor dem Braunschweiger Landgericht im VW-Prozess, das war alles, was von ihm in diesem Jahr zu sehen war. Doch die Ruhe trog. Am Montag zeigte sich: Ferdinand Piëch ist mächtiger denn je.
"Er hat seine Wünsche durchgedrückt", berichtet ein Insider über das Scania-Geschäft. Gegen zahlreiche Widerstände in seinem Umfeld und zu einem ziemlich hohen Preis. Denn es gibt nur wenige Synergien zwischen Scania und der VW-Nutzfahrzeugsparte, die mit ihren Lkw bisher fast nur in Südamerika präsent ist.
Aber Piëch geht es nicht unbedingt um betriebswirtschaftliche Vernunft. Er strebt nach Macht, Anerkennung und Größe. Er hat eine Vision: In die Familiengeschichte möchte er als derjenige eingehen, der das Erbe seines legendären Großvaters Ferdinand Porsche vereint. Schließlich ist der Käfer als die Keimzelle von Volkswagen ebenfalls eine Erfindung seines Großvaters.