Konkurrenz aus dem Osten
Der Himmel über Duisburg zieht sich zusammen. Regen? Das wäre jetzt wirklich nicht schön. Ausgerechnet heute. Der Wagen glänzt, er ist frisch poliert. Und jetzt fährt Hans Jürgen Scharmach, der Chef, ihn persönlich auf ein Stück Rasen vor seinem Autohaus. Rein ins weiße Ausstellungszelt.
Gleich kommen sie, die Gäste. Der Oberbürgermeister hat sich angekündigt, der chinesische Konsul auch. Die ersten Neugierigen drängen sich um das Auto. Fassen es an. Steigen ein. Streichen übers Lenkrad. Als hätten sie nie zuvor ein Auto gesehen. "Wie heißt dieser Wagen?", ruft jemand. "Weiß nicht, sieht aber aus wie ein 7er-BMW", antwortet ein anderer.
Nein, es ist kein 7er-BMW, sondern ein BS 6. Genauer gesagt: ein Brilliance BS 6 2.0 Deluxe. Ein chinesisches Auto, eine Mittelklasse-Limousine mit 122 PS, gebaut in Shenyang im Nordosten Chinas, Kostenpunkt: 23.000 Euro. Vor ein paar Wochen wurden 500 Stück vom chinesischen Hafen Dalian nach Bremerhaven verschifft, nun stehen zwei davon auf dieser kleinen Wiese. Und zwei drinnen. Das Autohaus gehört der Familie Scharmach und liegt in Duisburg-Meiderich, im Norden der Stadt, gleich neben "Hantek's Imbissecke". Seit Dienstag ist es das erste Brilliance-Autohaus Deutschlands. Die Chinesen sind also in Deutschland angekommen, im Mutterland des Automobilbaus. Mitten im Ruhrpott.