"Gespräche finden statt, nicht nur mit Kasinobetreibern", sagte Airbus-Manager François Chazelle, der die für VIP-Jets zuständige Abteilung leitet. Sollte bald eine feste Bestellung eingehen, könnte der erste A380 zwischen 2012 und 2017 als erstes komplett eingerichtetes fliegendes Kasino starten. Die Wartezeit für Airbus-Firmenjets beträgt derzeit fünf Jahre.
"Glücksspiel ist natürlich ein Wachstumsgeschäft in Asien, und dieses Interesse reflektiert die Ereignisse in Macau und Singapur", erklärte Chazelle. Macau hat Las Vegas als weltgrößte Glücksspielmetropole inzwischen abgelöst, Singapur will 2009 sein erstes Kasino eröffnen. "Die Idee von einem fliegenden Kasino ist schon früher erwähnt worden, aber jetzt scheint sie deutlich konkreter zu sein."
In weiten Teilen Asiens unterliegt das Glücksspiel strengen Auflagen oder ist sogar völlig verboten, beispielsweise in Thailand und China. Seit langem umgehen Firmen jedoch die Einschränkungen, indem sie etwa schwimmende Kasinos in den internationalen Gewässern vor Hongkong parken.
Die Gesetzeslücke sei natürlich ein Faktor, der hier eine Rolle spiele, sagte Chazelle, aber: "Ich denke, es geht mehr um den Reiz, eine derart außergewöhnliche Aktivität anbieten zu können." Der A380 sei das erste Flugzeug, das groß genug sei, einen vollständigen Kasinobetrieb zu bieten. "Wenn das vorher gegangen wäre, wäre es schon passiert. Da bin ich mir sicher", sagte Chazelle.
Flugverbindung zwischen Las Vegas und Macau
Der amerikanische Kasinobetreiber Sands plant aktuellen Medienberichten zufolge, eine eigene Flugverbindung zwischen seinen "Venetian"-Kasinos in Las Vegas und Macau anzubieten. Zwei Privatjets sollen dabei zum Einsatz kommen, die Passagiere können während des Flugs Baccara spielen. Wer als Kunde für einen Kasino-A380 infrage käme und ob Sands dazu gehöre, wollte Chazelle nicht sagen.
Man wisse nicht, ob einer der sechs lizenzierten Betreiber über den Kauf eines fliegenden Kasinos verhandele, sagten Behördenvertreter in Macau. Ein Kasinobetreiber sagte, die Regierung würde bei Glücksspiel in der Luft aller Wahrscheinlichkeit nach Bedenken haben, weil es nicht reguliert und nicht besteuert sei.
Sollten fliegende Kasinos in Asien starten, würden die Regierungen wahrscheinlich mit neuen Bestimmungen darauf reagieren, sagte Daniel Lehnberg von Asia Pacific Poker Tour. Der Trend gehe jedoch ganz eindeutig dahin, Verbote zu lockern und Glücksspiel in einem regulierten Umfeld zu genehmigen, so der Manager weiter. "Viele Länder wie Vietnam, Kambodscha und Taiwan haben gesehen, wie enorm viel Umsatz in Macau eingefahren wird", sagte Lehnberg. "Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben."