Der US-Hersteller freut sich über volle Auftragsbücher. Vor allem die spritsparenden Modelle sind gefragter denn je. Trotzdem bleibt der europäische Konkurrent Airbus die Nummer eins.
Die starke Nachfrage nach spritsparenden Flugzeugen hat das Geschäft des US-Herstellers Boeing kräftig angekurbelt. Im vierten Quartal stieg der Umsatz des Airbus-Rivalen um 18 Prozent auf 19,6 Mrd. Dollar. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar.
Boeing hat im vergangenen Jahr 477 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert. Das reicht allerdings nicht, um sich die Krone der Flugzeugbauer aufzusetzen. Die ging zum wiederholten Mal an den europäischen Erzrivalen Airbus, der auf 534 Maschinen kam. Die Fluggesellschaften erneuern angesichts hoher Spritpreise derzeit ihre überalterten Flotten. Neue Jets sind deutlich verbrauchsärmer.
2011 erzielte Boeing einen Rekordumsatz von 68,7 Mrd. Dollar. Und der gute Lauf soll anhalten. Boeing habe noch jede Menge Bestellungen in den Büchern, sagte Konzernchef Jim McNerney am Mittwoch. In diesem Jahr strebt er deshalb einen weiteren Umsatzsprung auf bis zu 80 Mrd. Dollar an. "Wir gehen mit Schwung ins Jahr 2012."
Pünktlich zu den starken Quartalszahlen, gab der norwegische Billigflieger Norwegian Air Shuttle bekannt, einen der größten Aufträge der europäischen Luftfahrtgeschichte an die rivalisierenden Flugzeugbauer zu vergeben.
Flugzeugmarkt
Die Kassenschlager von Boeing und Airbus
Mit der Bestellung von 222 Flugzeugen im Wert von rund 16 Mrd. Euro nach Listenpreis, setzt die Gesellschaft mitten in der Flaute auf Wachstum. "Die Idee ist, in diesen Märkten ein bisschen antizyklisch zu handeln (...) wenn die Nacht am dunkelsten ist", sagte Konzernchef Bjoern Kjos am Mittwoch. Der Preis für die bestellten Maschinen sei günstig gewesen.
Die Norweger bestellten beim US-Flugzeugbauer 100 Modelle der 737 Max8 sowie 22 Exemplare 737-800-Maschinen. Bei der EADS-Tochter Airbus orderten sie 100 A320 Neo und ergänzen ihre Boeing-Flotte damit erstmals um Flugzeuge von der europäischen Konkurrenz.
Für Boeing ist dies nach der Order über 150 Maschinen von der texanischen Fluggesellschaft Southwest Airlines im Dezember erst der zweite Großauftrag für das neue, kerosinsparende Modell 737 Max. Der US-Flugzeugbauer bezifferte den Wert der bestellten Maschinen mit 11,4 Mrd. Dollar.
Zusätzlich sicherte sich Norwegian Air Kaufrechte über weitere 100 Boeing 737 Max8 sowie 50 Airbus A320 Neo. Die bestellten Flugzeuge sollen ab 2016 ausgeliefert werden. Zur Finanzierung des Geschäfts wollen die Norweger kein frisches Kapital aufnehmen, sondern sie über Kredite stemmen.
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