Die Firma Aluminium Bahrain BSC (Alba) bezichtigt Alcoa , über Drittländer Gelder an einen hohen Regierungsbeamten des Golfstaates gezahlt zu haben. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf die am Bundesgericht in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania eingereichte Klage. Das Unternehmen behaupte zudem, Alcoa habe von ihm zu hohe Preise verlangt und so die Bestechungen indirekt finanziert.
Alcoa wolle sich den Sachverhalt ansehen, berichtete das Blatt weiter. Die Gelder in Milliardenhöhe sollen auch über die Schweiz geflossen sein, heißt es in dem Bericht. Die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen via Mittelsleute seien über mehrere Jahre erfolgt. Das staatlich kontrollierte Unternehmen Alba werfe Alcoa vor, dafür um rund zehn Prozent überhöhte Preise verlangt zu haben.
Für das Tagesgeschäft von Alcoa ist seit vergangenem Oktober der frühere Siemens -Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld als Chief Operating Officer zuständig. Er soll zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt neuer Alcoa-Konzernchef werden. Kleinfeld hatte 2007 im Zuge der Schmiergeld-Affäre bei Siemens seinen Hut genommen, obwohl sich keinerlei Hinweise auf eine Verwicklung in die Vorfälle ergeben hatten. Alcoa mit Sitz in Pittsburgh zählt zu den größten Metallkonzernen der Welt.
Zahlungen sollen dem Bericht zufolge auch über die Schweizer Firma AA Alumina & Chemicals geflossen sein. Ein Sprecher der Gesellschaft sagte der Zeitung, die Klage habe keine Aussicht auf Erfolg, und das Unternehmen werde sie energisch anfechten.