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Merken   Drucken   31.07.2012, 21:24 Schriftgröße: AAA

Anders als US-Partner GE: Hitachi hält an Kernkraft fest

Für General Electric lohnt sich der Bau von Atomkraftwerken auf absehbare Zeit nicht mehr. Der japanische Partner Hitachi rechnet anders - und setzt trotz Fukushima darauf, dass neue Meiler gebraucht werden.
von Sonja Blaschke, Tokio

Der japanische Technologiekonzern Hitachi  hält die Kernkraft anders als der Partner General Electric  (GE) für wirtschaftlich zukunftsträchtig. Bis 2030 möchte Hitachi weltweit 38 Reaktoren bauen, vor allem in Osteuropa und auf dem asiatischen Festland. Die Kooperation mit dem US-Konzern GE, einem der größten Ausrüster von Atomkraftwerken, im Rahmen eines Joint Ventures solle weitergehen, bekräftigte Hitachi auf FTD-Anfrage. GE-Chef Jeffrey Immelt hatte jüngst mit der Aussage überrascht, die Atomenergie sei im Vergleich zu Gas- oder Windkraft wegen der Kosten "wirklich schwierig" zu rechtfertigen.

Ein Siedewasserreaktor von GE Hitachi Nuclear Energy (GEH)   Ein Siedewasserreaktor von GE Hitachi Nuclear Energy (GEH)

GE Hitachi Nuclear Energy versuchte, Immelts Darlegungen zu relativieren. Sie seien "im breiten Kontext der Möglichkeiten der Energiegewinnung unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen" gemacht worden. "GE ist mit unterschiedlichen Technologien, darunter Atomkraft, gut positioniert", um Bedürfnisse in unterschiedlichen Ländern zu erfüllen, so ein Sprecher.

Der japanische Arm des Joint Ventures, der am Kraftwerk Fukushima beteiligt war, setzt nun primär auf Kunden im Ausland, nicht nur in Schwellenländern, sondern auch zum Beispiel in Großbritannien und Finnland. "Wir haben aus Fukushima gelernt", erklärte das Unternehmen, vor allem bei der Erdbebensicherheit. Deshalb könne Hitachi "die sicherste Atomkraftwerkstechnik der Welt" anbieten.

Davon konnte Hitachi kürzlich das litauische Parlament überzeugen. Es stimmte dem Bau des AKWs Visaginas zu, um nicht mehr abhängig von russischen Energieimporten zu sein. Wenn eine Volksabstimmung zugunsten des Projekts ausfällt, wird es das erste AKW für Hitachi seit dem Unglück sein. Visaginas soll rund 400 Mrd. Yen (4,2 Mrd. Euro) einbringen, was fast der Hälfte des Umsatzes von Hitachis Energiesparte im Vorjahr entspricht. Es ist bereits fest eingeplant, um den Umsatz mit Atomkraft von 170 Mrd. Yen 2015 auf 360 Mrd. im Jahr 2020 zu steigern. Die Ziele sind jedoch ehrgeizig: Dafür müsste Japans Regierung 15 bis 20 Prozent des Energiemixes 2030 für die Atomkraft reservieren. Experten rechnen derzeit mit zehn bis 15 Prozent.

Hitachi wolle alle Energieformen ausbauen, sagte der Sprecher. Mit erneuerbaren Energien will Hitachi bis 2015 200 Mrd. Yen Umsatz machen - gut dreimal so viel wie im Geschäftsjahr 2011. Sorgten Windräder 2011 noch für 12 Mrd. Yen Umsatz, sind für 2015 80 Mrd. Yen das Ziel.

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