Eine Übernahmewelle erwartet allerdings kaum ein Branchenkenner. Die meisten deutschen Solarfabriken sind nicht wettbewerbsfähig. "Im Moment ist es viel günstiger, selbst neue Kapazitäten aufzubauen, als sie zu kaufen", schrieben die Solaranalysten der HSBC in einer Studie. Auch die deutschen Marken sind begrenzt interessant, weil Asiaten derzeit massiv in ihre eigenen Marken investieren.
Beide Firmen defizitär
Als interessant für Zukäufe gelten daher weniger Massenhersteller sondern kleinere Technikspezialisten wie Sunways. Das Unternehmen schrieb wegen des Preisverfalls bei Solarmodulen zwar in den ersten neun Monaten 2011 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 8,7 Mio. Euro bei 84,2 Mio. Euro Umsatz. Sunways hat aber einige technische Neuentwicklungen vorgestellt, die für LDK interessant sein dürften, dazu gehören transparente Solarzellen.
Außerdem baut Sunways Wechselrichter. Die Geräte wandeln den Gleichstrom aus der Solaranlage in Wechselstrom um, der ins Netz fließen kann. Solarwechselrichter sind ein profitables Geschäft, erfordern aber vergleichsweise viel Know-how. Mehrere asiatische Konzerne prüfen den Einstieg in die Branche.
LDK arbeitet an einer breiteren Aufstellung. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und spezialisiert sich auf Wafer, die Vorprodukte der Solarzellen, hat aber auch eine Modulproduktion aufgebaut. Damit schreibt es - wie derzeit fast alle Solarkonzerne - Verluste, im dritten Quartal 114,5 Mio. Dollar. Für 2011 erwartet LDK Erlöse von rund 2,2 Mrd. Dollar. Für die Sunways-Aktien zahlt das Unternehmen 2,2 Mio. Euro in bar und überträgt Sacheinlagen in ungenannter Höhe.