Siemens -Chef Peter Löscher soll voraussichtlich im nächsten Jahr BASF -Chef Jürgen Hambrecht an der Spitze des einflussreichen Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) ablösen. Hambrecht werde Löscher auf der Asien-Pazifik-Konferenz im Mai als Nachfolger vorschlagen, teilte der APA auf Anfrage mit und bestätigte damit entsprechende FTD-Informationen.
Löscher wird damit als Sprecher der deutschen Wirtschaft in Asien fungieren. Der mit hoher Reputation versehene Posten dürfte die Vernetzung des 52-jährigen Österreichers in Deutschlands Manager- und Politikerelite deutlich befördern: Der APA-Vorsitzende führt beispielsweise die Wirtschaftsdelegationen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren Asienreisen. Löscher ist in dem Netzwerk der Deutschland AG noch recht neu: Er war Mitte 2007 im Zuge der Siemens-Schmiergeldaffäre an die Spitze des Technologiekonzerns gekommen - als erster Siemens-Chef von außen. Davor hatte er fünf Jahre in den USA gearbeitet, unter anderem für General Electric und den Merck -Konzern.
Vor Hambrecht hatte der langjährige Siemens-Chef Heinrich von Pierer den Ausschuss von dessen Gründung 1993 an bis Mitte 2006 geleitet. Der APA war von Pierer ins Leben gerufen worden, um die Geschäfte der deutschen Unternehmen zu fördern. Löscher hat sich nach FTD-Informationen selbst um den Posten bemüht, der schon Pierer viel Ansehen verschafft hat. Die Bundeskanzlerin hat ihre Zustimmung demnach bereits signalisiert, wobei diese nicht unbedingt erforderlich wäre. Auch von Pierers Aufsichtsratsmandaten hat Löscher kürzlich eines übernommen: das beim Rückversicherer Münchener Rück.
Der APA vertritt 1500 deutsche Unternehmen, vor allem Mittelständler. Er wird getragen vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Ostasiatischen Verein (OAV), dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen und dem Bundesverband deutscher Banken. An der Asien-Pazifik-Konferenz von 13. bis 15. Mai 2010 in Singapur, die Löscher nominieren soll, nimmt auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) teil. Vertreter in dem Ausschuss sind unter anderem Ex-Jenoptik -Chef Lothar Späth, Heraeus-Chef Jürgen Heraeus und Freudenberg-Chef Peter Bettermann.
Wann genau Hambrecht sein Amt übergeben wird, steht noch nicht fest, wahrscheinlich aber im nächsten Jahr. Denn der 64-Jährige geht als Vorstandschef von BASF im Frühjahr 2011 in den Ruhestand. Daran ist auch der APA-Posten geknüpft, der nach dem Willen der Verbände von amtierenden Spitzenmanagern ausgeübt werden sollte. Hambrecht ist derzeit als möglicher Aufsichtsratschef bei der Deutschen Bahn im Gespräch.