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Merken   Drucken   15.10.2009, 10:47 Schriftgröße: AAA

Atomenergie: Jede Brücke hat ein Ende  

Kommentar Die Forderung der CDU nach unbefristeten Laufzeiten für die Atomkraftwerke ist absurd. Soll Kernenergie wirklich eine Brückentechnologie sein, muss klar sein, wann der letzte Reaktor vom Netz geht. von Claus Hecking 
Kaum ist die entscheidende Wahl vorbei, kaum haben sie ihr lang ersehntes Ziel erreicht, da jammern die Energielobbyisten schon wieder. Jahrelang haben Deutschlands Versorger Kampagnen gegen das Ende der ach so klimafreundlichen Atomenergie gefahren, Ängste geschürt vor Abermillionen Tonnen von Kohlendioxid, die beim Abschalten der Meiler zur Stromerzeugung durch die Schlote wandern könnten. Nun, da der Ausstieg vom Ausstieg greifbar ist, stimmt die Branche gleich das nächste Klagelied an. Diesmal betrauert sie die angeblich miserablen Investitionsbedingungen für Kohlekraftwerke. Und zu diesen zählt sie unter anderem - ausgerechnet die längeren AKW-Laufzeiten.
Es stimmt schon: Deutschland braucht ein paar neue Kohlekraftwerke als Ersatz für die ineffizienten Dreckschleudern aus den 60er- oder 70er-Jahren. Mehr als 40 Prozent des deutschen Stroms stammen aus der Verbrennung der Fossilen; das können die erneuerbaren Energien noch nicht kompensieren.
Aber brauchen wir eine Laufzeitverlängerung der Atomreaktoren und zugleich 29 neue Kohleblöcke? So viele Braun- und Steinkohlekraftwerke hatte die Energiewirtschaft noch vor einigen Wochen in Planung. Würden alle gebaut, würde das Deutschlands klimaschädlichen Strommix zementieren - auf vier, fünf Jahrzehnte hinaus. Für die regenerativen Energien bliebe nicht mehr viel Platz.

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  • Aus der FTD vom 15.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 15.10.2009 13:08:38 Uhr   Petra Pauly: "Billiger" Strom aus Kernenergie is...

    "Billiger" Strom aus Kernenergie ist ein Ammenmärchen - Fakt sind 2 Euro pro Kilowattstunde

    Die Atomenergie steht ungerechtfertigt im Ruf günstigen Strom zu produzieren. In Wahrheit handelt es sich um eine Branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Bei der lediglich betriebswirtschaftlichen Rentabilitätsberechnung des Kernkraftstroms fehlen indes mehrere entscheidende Kostenblöcke, die als betriebs-externe Kosten für die Gesamtheit der deutschen Volkswirtschaft anfallen.

    Diese externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, übrigens schon unter der Regierung von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, das damalige Bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte Baseler PROGNOS AG berechnen lassen. Diese Studie der PROGNOS AG trägt den Titel: "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung." Aus ihr geht hervor, daß bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals circa 4 DM betragen hat. Das wären heute circa 2 €.

    Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 % Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. Wenn aber, volkswirtschaftlich gesehen, der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir, das deutsche Volk uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin "ans Bein binden"?! Man wird vielleicht einwenden, das Kind sei schon in den Brunnen gefallen, d.h. wir haben nun einmal Kernkraftwerke.

    Schadensbegrenzung ist angesagt.

    Quelle:
    http://merky.de/076063

    BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie

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