FTD.de » Unternehmen » Industrie » Deutscher soll bei Costa-Reederei aufräumen
Merken   Drucken   23.04.2012, 22:52 Schriftgröße: AAA

Aufrückender Aida-Chef: Deutscher soll bei Costa-Reederei aufräumen

Costa-Crociere-Chef Foschi ist in der Folge der Katastrophe der "Costa Concordia" in die Kritik geraten - und gibt seinen Job an einen Deutschen ab. Aida-Chef Thamm soll die Reederei aus der Krise führen.

Ein Deutscher soll den nach der Katastrophe von Giglio angeschlagenen italienischen Kreuzfahrtbetreiber Costa Crociere aus der Krise führen: Michael Thamm, derzeit Geschäftsführer der Costa-Tochter Aida Cruises, wird ab Juli Nachfolger von Costa-Crociere-Chef Pier Luigi Foschi. Der 65-jährige Foschi gebe nur die operative Verantwortung ab, bleibe aber Aufsichtsratspräsident und Vorstandschef, teilte Costa Crociere am Montag mit.

Michael Thamm   Michael Thamm

Auf den 48-jährigen gebürtigen Dresdner, der Aida seit 2004 führt, wartet in Genua eine Mammutaufgabe. Bei der Havarie der "Costa Concordia" kamen Anfang Januar rund 30 Passagiere ums Leben. Neben einem Imageschaden birgt das Unglück auch finanzielle Risiken. Anwälte bereiten Sammelklagen vor. Die gekenterte "Costa Concordia" liegt noch vor der Küste.

Das Schiff soll ab Mai von Titan Salvage abgeschleppt werden. Der Betriebswirt Thamm begann seine Karriere 1985 bei der Deutschen Seereederei in Rostock. 1993 wechselte er innerhalb des privatisierten Betriebs in den Kreuzfahrtbereich. Dort baute er das Kreuzfahrtgeschäft unter der Marke Aida maßgeblich mit auf. Aida Cruises betreibt acht Klubschiffe. Neuer Aida-Chef wird Michael Ungerer, 46.

  • Aus der FTD vom 24.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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