Investoren lernen Afrika lieben - und in Deutschland werden wieder deutlich mehr Wohnungen gebaut. Es gibt auch negative Trends, etwa in China.
Das neue Jahr verspricht Wachstum in vielen Regionen. Aber ausgerechnet der Wachstumsmotor der Welt macht Beobachtern Sorgen: China. Investoren gehen neue Wege, Afrika erscheint manchen attraktiver als Asien.
Seltene Erden benötigt man unter anderem für Elektroautos
Die vor allem für die Elektromobilität wichtigen Rohstoffe bleiben in den nächsten Jahren knapp. Dies ist das Ergebnis einer Studie, an der unter anderem Daimler und das Öko-Institut mitgewirkt haben. Danach ist ein deutlicher Anstieg des Bedarfs an Seltenen Erden bis 2030 möglich.
Einige der Rohstoffe werden für Windenergie, Photovoltaik und LEDs gebraucht. Die Studienautoren regen deshalb die Rückgewinnung etwa aus Katalysatoren von Altautos an. Dies könnte die Nachfrage spürbar entlasten. Der Bedarf werde jedoch nur drastisch steigen, wenn sich die Elektromobilität so erfolgreich durchsetzt, wie Autobauer und Regierung es erwarten.
Die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom früheren Schwellenland China wächst weiter - und damit die Gefahr eines Rückschlags, der ebenfalls andere Volkswirtschaften erfassen kann.
Im Blick der Experten bleibt der Immobilienmarkt des Landes. Die Pekinger Regierung hat allerdings kürzlich Schritte eingeleitet, um das ausufernde Wachstum des überhitzten Sektors zu bremsen.
Deutsche Konzerne sehen Investoren des Landes immer mehr als Chance. So ist Daimler seit Monaten auf der Suche nach einem chinesischen Großaktionär, um seine Geschäftschancen in dem Land zu steigern. Auch der deutsche Zulieferer Getrag ist offen für Investoren aus China.
Afrika wächst, in einigen Regionen sogar zweistellig
Nach Südamerika und Asien werden Investoren im kommenden Jahr den Kontinent weiter ins Visier nehmen. Nach einer Erhebung der auf Grenzmärkte spezialisierten Fondsgesellschaft Silk Invest bezeichnen 43 Prozent der Befragten Afrika als attraktive Anlageregion, womit der Erdteil noch vor Asien liegt.
Die Gesellschaft hat 157 professionelle Investoren befragt. Obwohl der Kontinent nach wie vor arm ist, wächst in vielen afrikanischen Staaten eine Mittelschicht heran, deren Kaufkraft steigt. Mehrere Länder, wie zum Beispiel Ghana, weisen ein zweistelligen Wirtschaftswachstum auf.
Neue Bewohner gesucht: Hierzulande kommt der Wohnungsbau in Schwung
Nach anderthalb Jahrzehnten des Niedergangs zeichnet sich im deutschen Wohnungsbau ein Boom ab. Schon 2010 hatte es einen leichten Anstieg der Fertigstellungen neuer Wohneinheiten gegeben.
Der Trend nahm 2011 Fahrt auf: In den ersten zehn Monaten stieg die Zahl der Genehmigungen um 21 Prozent. Niedrige Zinsen, sinkende Arbeitslosigkeit und wachsende Beliebtheit von Sachwerten in der Krise gelten als Ursachen.
Allerdings ist es ein Boom auf niedrigem Niveau. Seit 1995 hatte es einen fast ununterbrochenen Rückgang im umsatzstärksten Zweig der deutschen Bauwirtschaft gegeben. Die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen fiel 2010 auf 143.000 - weniger als ein Viertel des Niveaus von 1995.
Ethiad: Der Airline aus Abu Dhabi gehört fast ein Drittel von Air Berlin
Trotz Euro-Krise engagieren sich Investoren aus arabischen Ländern stärker bei deutschen Firmen. Die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi erhöhte im Dezember ihren Anteil an Air Berlin von drei auf 29 Prozent.
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