Die Reichweite von Elektroautos macht nur geringe Fortschritte. Henning Kagermann, der Vorsitzende der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), sagte am Montag in Berlin: "In absehbarer Zeit werden wir kaum über 200 Kilometer hinauskommen." Zurzeit seien 160 Kilometer ein Richtwert. Die Aussage des NPE-Vorsitzenden ist ernüchternd für die Autofahrer und die Politik. Die geringe Reichweite der E-Autos gilt neben dem hohen Preis als das wichtigste Kaufhindernis. Die Bundesregierung setzt auf Reichweitenerhöhungen, um ihr Ziel von einer Million E-Autos im Jahr 2020 doch noch zu erreichen.
Kagermann stellte immerhin in Aussicht, dass die Batteriekosten bis zu diesem Zeitpunkt von heute 800 Euro je Kilowattstunde Ladekapazität auf 250 bis 300 Euro sinken werden. Dann aber werde man mit der Lithium-Ionen-Technik an Grenzen stoßen. An der nächsten Generation, der Lithium-Luft-Technik, werde zwar geforscht, marktreif werde sie aber wohl erst 2025 sein.
Der frühere SAP-Chef räumte ein, dass die Euphorie um die E-Mobilität in Politik und Wirtschaft nachgelassen habe. Er finde das aber richtig, die Aufmerksamkeit zum Start der NPE sei übertrieben gewesen. "Nach der anfänglichen Aufbruchstimmung sind wir jetzt in einer Phase der harten Arbeit angekommen. Da ist etwas Ernüchterung ganz normal."