Der BayernSat mit etwa 50 Kilogramm Gewicht und der Größe eines Bierkastens soll bis Ende 2006 fertiggestellt und bis Mitte 2007 gestartet werden. Die Bilder aus dem Weltall sollen im Internet und im Bayerischen Fernsehen gezeigt werden. Wie der Ex-Astronaut und Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München, Prof. Ulrich Walter, am Freitag in München sagte, soll der Satellit erstmals eine neue Methoden zur Datenübertragung mit Hilfe eines zweiten Relaissatelliten nutzen.
Der Satellit soll in etwa 400 bis 500 Kilometer Höhe die Erde alle 90 Minuten umkreisen und seine Daten und Bilder zum Satelliten Artemis in 36.000 Kilometer Höhe senden. Von dort werden sie dann zur Erde geschickt. Durch die Nutzung eines zweiten Satelliten als Zwischenstation verlängere sich die nutzbare Daten-Übertragungszeit pro Erdumlauf von bisher vier auf bis zu 50 Minuten.
Ausgewählte Internet-Nutzer sollen mit Hilfe ihrer Computer-Maus die Blickrichtung der Kamera sowie den Bildausschnitt bestimmen können. Voraussichtlich habe der Satellit zwei Kameras an Bord, wobei eine nach vorne ausgerichtet sei und eine direkt nach unten. Die maximale Auflösung soll bei 30 Meter liegen, womit also größere Gebäude zu erkennen wären. Über die Trägerrakete, die den BayernSat in den Weltraum befördern soll, sei noch keine Entscheidung getroffen.
Der Satellit wird als ein Baustein der Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zur Weiterentwicklung und Stärkung der Luft- und Raumfahrtindustrie im Freistaat bezeichnet. Am Freitag gab Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) in München den Startschuss für ein Arbeitsprogramm zur Stärkung der Branche in Bayern. Fast ein Drittel des deutschen Luft- und Raumfahrtindustrieumsatzes von insgesamt 15,7 Mrd. Euro erzielen Firmen mit Sitz in Bayern.