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27.12.2010, 22:01
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Begrenzte Zulassungen:
China-Bann lässt Autoaktien stürzen
Dank der Volksrepublik ließen die Fahrzeug-Hersteller die Krise schnell hinter sich. Doch ausgerechnet der bisherige Erfolgsgarant vermiest ihnen den Jahresendspurt - durch neue Regeln in Peking. Experten halten den Kursrutsch für übertrieben.
von Matthias Ruch Frankfurt
und Margret Hucko Hamburg
Zulassungsbeschränkungen im Boommarkt China haben die Aktien westlicher Autobauer am Montag einbrechen lassen. Die Papiere von
BMW ,
Daimler und
Volkswagen gaben zeitweise jeweils mehr als fünf Prozent nach, auch Zulieferer wie
Continental und
Infineon mussten teils erhebliche Kursverluste hinnehmen. Europas zweitgrößter Autokonzern
PSA Peugeot Citroën verlor bis zu 3,5 Prozent,
GM und
Ford verloren rund ein Prozent an Wert.
Kursinformationen und Charts
Die Nervosität der Investoren macht deutlich, wie sehr besonders die deutschen Autohersteller inzwischen an der Nachfrage aus China hängen. "Der Boommarkt China ist gerade für die deutschen Autobauer ein sehr wichtiger Absatzmarkt", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Absatzrestriktionen würden einen harten Schlag bedeuten."
"Das schüttet Sand ins Getriebe der Autohersteller", sagte auch Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory. Allerdings sei auch die Liquidität in der Woche nach Weihnachten sehr dünn. Kleine Aufträge führten zu großen Kursbewegungen, die deswegen nicht überbewertet werden sollten. Viele Börsianer bezweifelt sogar, dass die Auflagen in der Volksrepublik tatsächlich weitreichende Folgen für die Autobauer haben werden. "Das sind eher Gewinnmitnahmen zum Jahresende."
Während der europäische Markt schwächelt und sich Amerika deutlich langsamer erholt als erhofft, wird in China auch in den kommenden Jahren eine weiter steigende Nachfrage prognostiziert.
Ein chinesisches Paar interessiert sich für einen VW-Beetle in Beijing
Für VW ist China nach eigenen Angaben inzwischen der größte Markt der Welt. Audi erwartet, dass spätestens 2011 die Nachfrage in China die in Deutschland übersteigt. Auch nach Einschätzung von BMW-Chef
Norbert Reithofer könnte das kommunistische Reich in absehbarer Zeit der wichtigste Kunde des Konzerns werden. "Es ist gut möglich, dass China bis 2020 zum größten Absatzmarkt für die BMW-Gruppe wird", sagte er kürzlich.
Kleinste Hindernisse für den dortigen Aufschwung haben daher enorme Auswirkungen auf das Anlegervertrauen: Die Pekinger Stadtverwaltung will die Pkw-Neuzulassungen pro Monat auf 20.000 beschränken. Derzeit kommen dort jeden Monat 50.000 Autos hinzu. Mit dem Schritt Pekings soll das zusätzliche Verkehrsaufkommen 2011 um zwei Drittel gesenkt werden. Die vorab angekündigten Beschränkungen hatten einen Run auf die Zulassungsstellen ausgelöst. Berichten der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden allein in der vergangenen Woche 30.000 Wagen neu zugelassen.
Wegen der geringen Kaufkraft auf dem Land liegen die Hauptabsatzmärkte gerade der teuren deutschen Hersteller in den Städten. Vor allem sie träfe es daher, falls andere Metropolen dem Beispiel Pekings folgen und die Zulassung strenger regulieren sollten.
Teil 2: Chinesische Berater sehen abkühlenden Markt
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Aus der FTD vom 28.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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