Die Entscheidung für eine Bank solle noch im Juli fallen, hieß es in Unternehmenskreisen. Gute Chancen hat dem Vernehmen nach die
Deutsche Bank . In Finanzkreisen wurde auch die WestLB genannt, die allerdings weniger Kredite vergeben hat. Beim Arzneihersteller Ratiopharm waren
Commerzbank und RBS wegen ihrer hohen Kreditengagements zum Zuge gekommen.
Die angeschlagene VEM-Vermögensverwaltung des verstorbenen Milliardärs Adolf Merckle will sich mit dem Phoenix-Verkauf finanziell Luft verschaffen.
VEM ist das Herzstück der weit verzweigten Merckle-Firmengruppe. Sie war Ende vergangenen Jahres nach Fehlinvestitionen in eine Schieflage geraten. Die 30 Gläubigerbanken hatten im Januar einen Rettungskredit nur unter der Bedingung bewilligt, dass sich Merckle von Ratiopharm trennt. Als weitere Sicherheiten dienen den Instituten der Pharmahändler Phoenix sowie der hoch verschuldete Baustoffhersteller Heidelberg Cement.
Unternehmersohn Ludwig Merckle hatte im Februar von einem regen Interesse an Ratiopharm gesprochen. Mögliche Investoren kämen aus diversen Bereichen. Ratiopharm gehört zu den Perlen der Merckle-Familie. Ein kurzfristiger Verkauf könnte sich aber schwierig gestalten, da die Finanzierung großer Übernahmen derzeit kaum umzusetzen ist. Daher ist es möglich, dass Ratiopharm erst nächstes Jahr verkauft wird, wenn die Chancen auf einen guten Preis größer sind.