Der weltweit größte Minenkonzern Rio Tinto hat seinen Nettogewinn im zurückliegenden Geschäftsjahr um 18 Prozent auf 1,5 Mrd. $ gesteigert. Vor allem die gute Entwicklung der Weltmarktpreise für Bauxit, Diamanten, Kupfer, Eisenerz und Steinkohle haben zu diesem Rekordergebnis beigetragen. Die Aktie stieg im Londoner Handel um 1,7 Prozent auf 1218 Pence.
"Die gute Nachricht ist, dass die Rohstoffpreise offenbar den bevorstehenden Abschwung in den USA bereits eingepreist haben", sagte der Chairman von Rio Tinto, Robert Wilson. "Vorausgesetzt, der Abschwung wird nicht zur harten Landung führen, werden wir gut in Form bleiben." Die Probleme mit der Stromversorgung an der amerikanischen Westküste werden sich preisstützend auf die Weltaluminiumherstellung auswirken, glaubt der Manager. Mit hohem Energieneinsatz wird das Leichtmetall aus Bauxit gewonnen, große Standorte liegen im Nord- und Südwesten der USA.
Der britisch-australische Konzern, der auch in Sydney notiert ist, hatte im vergangenen Jahr für insgesamt 4 Mrd. $ Unternehmen gekauft, darunter den Erzminenbetreiber North, den Diamantenschürfer Ashton Mining und einen Teil der Aluminium-Gruppe Conalco. Verkauft werden soll nun die von North übernommene Uran-Tochter Energy Resources. "Mit den Neuerwerbungen der letzten zwölf Monate sehen wir sehr gut aus", sagte Wilson. Der nachgebende australische Dollar hat mit einem Ergebnisbeitrag von 144 Mio. $ zu Buche geschlagen. Knapp 250 Mio. $ trugen die höheren Absatzpreise am Weltmarkt zur Ergebnisverbesserung bei. Die Expansion in die Größe ist Reaktion auf den Verfall der Rohstoffpreise während der zweiten Hälfte der 90er Jahre.
"Es sieht so aus, als hätte der Konzern es geschafft, seine Kostenbasis abermals zu drücken", sagte der Rohstoff-Analyst Heath Jansen bei Merrill Lynch. Bereinigt um die Energiekosten, konnte die Kostenbasis um 81 Mio. $ gesenkt werden.