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Merken   Drucken   06.09.2010, 16:52 Schriftgröße: AAA

Beste Perspektiven: Börse feiert Geldgeschenk für Atomkonzerne

Für die Versorger ist die Laufzeitverlängerung ein klarer Sieg, meinen Analysten. Die Unternehmen können mit einem Plus in dreistelliger Milliardenhöhe in den Kassen rechnen. Schade nur, dass die Strompreise wohl kaum sinken.
Schon ein kurzer Blick zur Frankfurter Börse zeigt an diesem Montag, wer die Gewinner und wer die Verlierer im Atomkompromiss sind. Während Aktien der großen Energiekonzerne deutlich zulegen, rutschen die Papiere einiger Solarunternehmen ab.
Demo vor dem Kanzleramt am Sonntag. Der Atomkompromiss hat viele ...   Demo vor dem Kanzleramt am Sonntag. Der Atomkompromiss hat viele Gegner
Und wenn sie sich auch in Details bei ihren Bewertungen unterscheiden, in einem sind sich Analysten einig: Die von der Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke fällt für deren Betreiber deutlich positiver aus, als es Branchenbeobachter zuvor vermutet hatten.
So reagierten Aktien von RWE  und Eon  am ersten Tag der Woche mit Aufschlägen von zeitweise drei bis knapp vier Prozent - womit sie sich deutlich vom DAX abhoben. EnBW-Aktien  verteuerten sich sogar um bis zu 5,5 Prozent. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich in der Hand von Großaktionären, nur ein kleiner Teil der Aktien wird noch an der Börse gehandelt.
Kursinformationen und Charts
  RWE 29,485 EUR  [-0.265 -0,89%
  Eon 14,92 EUR  [-0.29 -1,91%
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Zu den AKW-Betreibern in Deutschland gehört neben Eon, RWE und EnBW auch Vattenfall Europe, eine Tochter des staatlichen schwedischen Vattenfall-Konzerns. "Die Bundesregierung macht damit deutlich, dass die Kernenergie als ein wichtiger Eckpfeiler unserer Energieversorgung noch länger gebraucht wird", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen zu den Ergebnissen des Berliner Spitzentreffens.
Plus 120 Milliarden in den Kassen
Nach einer Berechnung des unabhängigen Freiburger Öko-Instituts können RWE, Eon, EnBW und Vattenfall Europe auf Mehreinnahmen von zusammengenommen mehr als 120 Mrd. Euro hoffen. Nur 25 Prozent des zusätzlichen Geldes würden durch die Brennelementesteuer bis 2016 und Sonderabgaben für den Ausbau der Öko-Energien vom Staat abgeschöpft.
Dem Öko-Institut zufolge bekommt Deutschlands größter Energieversorger Eon mit etwa 53,5 Mrd. Euro auch den größten Teil des Geldes. Dahinter folgen RWE mit rund 32,8 Mrd. Euro, Energie Baden-Württemberg (EnBW) mit knapp 26,5 Mrd. Euro und Vattenfall mit etwa 9 Mrd. Euro. 4,7 Mrd. Euro entfallen auf andere Versorger. Nicht eingerechnet in die Analyse ist das Geld, das die Konzerne in die Sicherheit der Meiler stecken müssen.
Atomgipfel Die lange Nacht der Laufzeitverlängerung
Insgesamt nur rund 31,7 Mrd. Euro aus den zusätzlichen Gewinnen sollen laut Öko-Institut in Staatskasse und die Förderung erneuerbarer Energien fließen.
Kein Wunder, dass die Aktien der Versorger deutliche Kursaufschläge verzeichneten. Schon kurz nach dem Beschluss vom Sonntagabend waren sich Analysten weitgehend einig: Die Laufzeitverlängerung sei ein gutes Geschäft für die Konzerne - schon allein, weil der Beschluss aus Sicht der Unternehmen deutlich besser ausfalle als erhofft.
Zudem würden dre Konzerne für die längeren Laufzeiten weit weniger belastet als erwartet. Die Versorger hatten in einer breiten Kampagne für die längeren Laufzeiten geworben - unter anderem in ganzseitigen Annoncen in Tageszeitungen.

Teil 2: Für Stromkunden ändert sich nichts

  • FTD.de, 06.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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