Nach dem erfolgreichen Erstflug des neuen Jumbos will Großkunde Lufthansa die Passagiervariate der 747-8 ab 2012 im Liniendienst einsetzen. Nach derzeitiger Planung wird das Flugzeug ab Ende 2011 ausgeliefert. Die deutsche Airline besitzt mit aktuell 30 Jumbos weltweit eine der größten 747-Flotten.
Die Lufthansa ist einer der wenigen Kunden. Zeitweilig war der Auftragseingang so schwach, dass Analysten spekulierten, ob Boeing den Bau nicht doch besser einstellt. Dennoch testete Boeing fast auf den Tag genau 41 Jahre nach dem Erstflug des Jumbos am Montag die 747-8 in der Frachtversion.
Die Lufthansa ist als Erstkunde der künftigen Passagierversion maßgeblich an der Auslegung des Modells beteiligt. Die Fluggesellschaft hat 20 Passagierjumbos fest bestellt und eine Option auf weitere 20 Exemplare. Zweiter größerer Kunde ist Korean Air mit fünf Festbestellungen.
Die Lufthansa sieht das US-Flugzeug als Ergänzung in der Lücke zwischen dem noch größeren Airbus A380 und dem aktuellen Jumbojet 747-400 oder dem Airbus A340-600. Die Kranich-Airline will den neuen Jet mit etwa 400 Sitzplätzen ausstatten, während die Lufthansa-A380, von der 15 Exemplare bestellt wurden, rund 500 Sitzplätze hat.
Die Deutschen verweisen auf die erwarteten erheblichen Einspareffekte. Der Jet soll 16 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die Vorgängerversion und deutlich leiser sein. Die Triebwerke von General Electric basieren auf der Technologie des 787 Dreamliner.
Der Erstflug am Montag dauerte knapp vier Stunden. "Das Flugzeug hat wie erwartet funktioniert", sagte Chefpilot Mark Feuerstein, der mit seinem Copiloten Tom Imrich einen Rundflug über dem Staat Washington unternahm. Bei seiner Rückkehr wurde der Flieger von mehr als 5000 Mitarbeitern, Kunden und Fans begrüßt. Insgesamt soll die neue 747 bei 1600 Flugstunden getestet werden.
Wegen Nebels und dichter Wolken musste der Start um zweieinhalb Stunden verschoben werden. Dadurch fiel der Flug etwas kürzer aus als ursprünglich veranschlagt. Insgesamt gehen in den kommenden Tagen und Wochen drei Jumbos in die Luft, um die Tests abzuschließen.