Der Airbus A400M vor seinem Jungfernflug in Sevilla
Der viermotorige Großraumtransporter A400M soll die seit den 60er-Jahren eingesetzte zweimotorige Transall ersetzen und absolvierte seinen Erstflug im Dezember. Der wuchtige Transporter mit vier gigantischen Turboprop-Triebwerken ist das ehrgeizigste militärische Beschaffungsprogramm in Europa - und ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein militärisches Großprojekt weiter und weiter verzögert. Den Ursprungsplänen zufolge sollte Frankreich ab 2010 als erster Kunde das von Airbus Military, einer
EADS -Tochter, hergestellte Modell erhalten. Nun sollen die ersten Maschinen aber erst 2013 an Frankreich ausgeliefert werden. Die Bundesluftwaffe bekäme den A400M erst 2014, die Auslieferung an die Luftwaffe würde bis weit nach 2020 dauern.
Die als Erstkunden auftretenden sieben europäischen Länder hatten mit Airbus für den Lieferumfang von 180 Maschinen einen Festpreis von 20 Mrd. Euro vereinbart. Doch die Kosten des Flugzeuges sind nach neuen Schätzungen auf über 30 Mrd. Euro gestiegen. Airbus fordert daher weitere Milliarden von den Bestellländern. Bis Ende Januar wollen die beteiligten Länder darüber entscheiden.
Unabhängig vom Streit über Preis und Ablieferungstermin ist schon jetzt klar, dass der A400M nicht alle gesteckten Erwartungen erfüllen kann. Er wird zwar in der Lage sein, den neuen Schützenpanzer Puma beispielsweise nach Afghanistan zu transportieren - aber nicht mit kompletter Panzerung. Zudem wirkt das Prinzip: Je schwerer das Flugzeug, desto kürzer die Reichweite. So wird im aktuellen Bundeswehrplan schon jetzt erwogen, für Frachten, die das Ladevermögen des Airbus-Transporters übersteigen, andere Flugzeuge zu chartern - wie beispielsweise größere amerikanische C-17.