Stihl Schleifsäge TS400 (links) und sein Plagiat aus China
Beim Rundgang über die Pekinger Messe "China Wood" trauten die Mitarbeiter des Holzmaschinenherstellers Michael Weinig ihren Augen nicht. Ein chinesisches Unternehmen hatte sogar den Namen des Mittelständlers aus Tauberbischofsheim kopiert. Nicht nur das: Es baute auch die Maschinen eins zu eins nach und bewarb sie in Hochglanzprospekten. Dabei sparten sich die chinesischen Nachahmer die Mühe, ihre Plagiate zu fotografieren. Sie übernahmen auch einfach die Bilder aus Weinigs Produktkatalog.
Natürlich gehe man gegen den Imitator rechtlich vor, sagt Weinig. "Aber morgen steht schon der nächste auf einer Messe." Der Kampf gegen Plagiate sei ein Fass ohne Boden. Vor allem in Asien sind die Nachahmer ungeniert. Imitiert werden nicht nur Markenjeans, Designertaschen und Luxusuhren. Auch Autoersatzteile, Möbel und Medikamente werden originalgetreu nachgebaut.
Nach Schätzungen der EU entsteht dadurch weltweit ein jährlicher volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von 200 bis 300 Mrd. Euro. In den vergangenen Jahren hat es die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer besonders hart getroffen, sagt Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Mehr als die Hälfte der Verbandsmitglieder gab in einer Umfrage an, von Produktpiraterie betroffen zu sein.